gelernten Mechanikers irgendeiner amerikanischen Grossstadt
sehen lassen kann.
Aber gerade das Organisieren der südöstlichen, vielsprachigen
Einwandererschaft, der männlichen wie der weiblichen, ist eben die
grosse Schwierigkeit. Ein Gewerkschaftsleiter, der dies bei den
Bediensteten des Restaurant- und Hotelgewerbes durchgeführt hat,
erzählte uns, dass in einer von ihm abgehaltenen Versammlung
kein Zehntel der Anwesenden englisch sprechen konnte, während
im übrigen, wie er scherzhaft sagte, ebenso viele Sprachen wie Personen
vertreten waren. Bei den Arbeiterinnen der Bekleidungsindustrie
war der Fall einfacher. Sie sind zumeist Ostiuden und
beherrschen, wo nicht das Englische, so doch das Deutsche
gemeinsam.
Frauen, die weniger als 9 Dollar pro Woche verdienen, gibt es
ferner z.B. im Staat Massachusetts!) in der Zuckerindustrie 62Prozent,
in der schon erwähnten Konservenindustrie 89 Prozent, in der
Papierindustrie 39 Prozent. Nur ein ganz geringer Prozentsatz
der Genannten verdient über 13 Dollar. Und immer findet man
wieder den starken Anteil der Neueinwanderer an dieser Arbeit
unter schlechten Bedingungen.
Die Menschen bewegen sich zu oft in einem verhängnisvollen
Zirkel. Sie kommen ins Land, ohne einen gewerblichen Beruf
erlernt zu haben, folglich müssen sie mit den ungelernten Beschäftigungen
vorliebnehmen, in denen keine Organisation den Arbeiter
vor ärgster Ausbeutung schützt. Diese Organisationen für ihre
Beschäftigung selbst zu bilden, hindert sie das babylonische
Sprachgewirr ihrer Arbeitskollegen. Die bestehenden Organisationen
sind Berufsverbände und sind, wenn auch nicht alle, zumeist
auf die Mitglieder industrieeuropäischer Herkunft zugeschnitten.
Die Versammlungssprache ist Englisch oder Deutsch. So müssen
diese Neueinwanderer in unorganisierten Betrieben arbeiten. Der
geringe Lohn des Mannes zwingt die Frau in ähnliche Beschäftigung
und hindert oft die Kinder, weil sie ebenfalls früh verdienen
müssen, einen Beruf zu erlernen oder sich die zahlreichen Bildungseinrichtungen
des Landes zunutze zu machen.
So wird auch die folgende Generation wieder in diesen Kreis
hineingezogen. In gleicher Richtung wirkt die erwähnte Absonderung
dieser nichtgermanischen Nationalitäten in besondere
Stadtteile. Es gibt auch deutsche Stadtviertel, in denen eine Mehrheit
von Deutschen oder auch so gut wie nur Deutsche wohnen,
nie aber auch nur annähernd alle Deutschen der betreffenden Stadt.
Aber die Lincoln-Avenue von Chicago unterscheidet sich vom
übrigen Chicago eben nur dadurch, dass alles Deutsch versteht, auf
"800 Erhebungen der Massachusetts Minimum Wage Commission.
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