rung, sondern doch nur um seltene Höchstlöhne handle, da ein viel
grösserer Teil der Berufsgruppe als bei uns ausserhalb der Tarifabmachung
stehe. Dies ist jedoch im Hinblick auf die in der
Tabelle angeführten Berufe unrichtig, denn diese sind im ganzen
Lande gut, in den bedeutendsten Orten beinahe hundertprozentig
organisiert, so dass ihre Tariflöhne einen ausgedehnten Geltungsbereich
haben. Das stimmt auch nach der ausdrücklichen Bestätigung
unserer literarischen Quelle, der September-Nummer der
„Labor Review“ des amerikanischen Arbeitsdepartements, wo €s
heisst, dass die gewerkschaftlichen Mindestlöhne dieser Berufsgruppen
in den meisten Fällen gleichzeitig die ortsüblichen
Mindestlöhne seien. Das trifft zwar, wie aus der Tabelle der in
Amerika gezahlten Durchschnittslöhne (Seite 160) hervorgeht, nicht
völlig zu, denn in der genannten Tabelle wird der Durchschnittslohn
gelernter Buchdrucker mit nur 88,5 bzw. 92,4 Cent angegeben.
Dagegen wissen wir aus den gewerkschaftlich organisierten Berufen
und Betrieben, dass grosse Bruchteile der betreffenden organisierten
Arbeiterschaft bedeutend über den tariflichen Mindestlohn
hinaus verdienen. Von den Maurern, Zimmerern und anderen
Bauhandwerkern haben wir dies schon an anderer Stelle (Seite 142)
erwähnt. Schriftsetzer (sowohl Handsetzer wie Maschinensetzer)
verdienen im Osten bis zu 1,35 Dollar pro Stunde. Aus Chicago
ist uns ferner bekannt, dass dort kaum fünfzig Prozent der organisierten
Maschinen- und Werkzeugschlosser zum Tariflohn «von
90 Cent arbeiten, während viele bis zu 1,20 Dollar verdienen und
der Durchschnittslohn etwa 1,05 Dollar pro Stunde beträgt. AÄhnliches
gilt für Detroit, wo übrigens in der Automobilindustrie der
Mindestlohn saisonmässig wechselt, und in der besten Jahreszeit
erheblich höher ist als in Chicago. Er bewegt sich dort das Jahr
über zwischen 0,90 und 1,25 Dollar.
Der höchste tarifliche Stundenlohn der Zimmerer in Deutschland
ist 1,28 Mk. in Hamburg; er ist 1,50 Dollar gleich 6,30 Mk. in
St. Louis im Staate Missouri, also ebenfalls annähernd das Fünffache.
Ein niedriger deutscher Tariflohn für Zimmerer (Gleiwitz)
ist 0,80 Mk., im amerikanischen Nordosten (Louisville) 1 Dollar,
das ist das Fünffache, in Charleston (Süd-Carolina) 0,70 Dollar,
also noch immer mehr als das Dreieinhalbfache.
Das höchste Tarifminimum für Maurer hat in Amerika ebenfalls
St. Louis (Missouri) mit 1,75 Dollar, in Deutschland wieder Hamburg
mit 1,26 Mk., das ist wenig mehr als ein Sechstel des entsprechenden
amerikanischen Lohnes. Den niedrigsten Maurerlohn
hat in Deutschland Gleiwitz mit 0,80 Mk., im amerikanischen
Norden St. Paul mit 1,12 Dollar, was wiederum dicht annähernd
das Sechsfache der niedrigsten deutschen Lohnstufe ist. Der geringste
Maurerlohn in Amerika überhaupt wird im Negerstaate
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