offiziellen, vom Labor Department gemeldeten Kleinhandelspreise
von 17 verschiedenen Städten in allen Landesteilen folgen, deren
Preise wir ebenfalls für deutsche Mengen und in deutsche Geld-
währung umgerechnet haben. (Seite 178 bis 180.)
Nach den Veröffentlichungen des amerikanischen Arbeits-
departments stellt sich die Indexziffer für die Kosten der Lebens-
haltung während der letzten Jahre wie folgt dar:
(1913 = 100)
1920 | __ 1921 = E 1922 | 1923 | 1924 BA 1925
März... — = 166,9 168,8 170,4 a
Juni... 2165 180,4 166,4 169,7 169.1 4
September = 177,8 166,3 1 172,1 17%5
Dezember 200,4 174,3 169,5 173,2 — 78
In der Gesamt-Indexziffer von 178 für Dezember 1925 sind die
einzelnen Lebenshaltungsfaktoren mit folgenden Teuerungszahlen
yerfreien: Nahrunz if ....... 2... 1532
EG 180,0
Wohnung .. 175,1
Beleuchtung ........ 186,9
Möbel und Hausrat... . 224,2
Verschiedenes .......... 209,8
Wesentlich unter dem Gesamtindex stehen also nur die Preise
der Lebensmittel zum Nachteil des amerikanischen Farmers. Be-
deutend über dem Gesamtindex liegt dagegen die Teuerungsziffer
für industrielle Erzeugnisse, wie Möbel und Hausrat. Auch unter
„Verschiedenes“ sind solche enthalten.
Die volkswirtschaftliche und sozialpolitische Literatur Amerikas
nennt an verschiedenen Stellen die Summe von 1100 Dollar als das
Minimum eines Jahreseinkommens, welches erforderlich ist, um
eine vier- bis fünfköpfige Arbeiterfamilie zu unterhalten. Was
darunter liegt, ist „poverty level“, Armutsgebiet. Nach dieser
Rechnung muss angenommen werden, dass reichlich ein Drittel der
Industriearbeiterschaft der Vereinigten Staaten im Dunstkreis der
Armut lebt. Allerdings muss, um nicht eine irreführende Dar-
stellung zu geben, gesagt werden, dass die Lebenshaltung für eine
fünfköpfige Familie mit einem Jahreseinkommen von 1000 bis 1100
Dollar noch erheblich über dem liegt, was wir Armut nennen
würden, so dass die höheren Einkommen innerhalb der „Armuts-
grenze“ noch keine Armut in europäischem Sinn bedeuten, doch
liegen auch sehr viele Einkommen tief unter der „Armutsgrenze“.
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