Banken, die diesem System angeschlossen sind, stehen in direkter
Abrechnung mit den grossen amerikanischen Bundesreservebanken,
die die Stelle der Reichsbank einnehmen. Der Zahlungs- und
Scheckabrechnungsverkehr kann nur durch solche, dem Bundesreservesystem
angeschlossenen Banken getätigt werden. Fast alle
amerikanischen Arbeiterbanken sind diesem Bundesreservesystem
angeschlossen und sind dadurch ebenso leistungsfähig wie die
anderen amerikanischen Banken. Der Anschluss an dieses Banksystem
ist zweifellos eine notwendige Voraussetzung für die
Weiterentwicklung.
Besonders charakteristisch für die Ideologie der amerikanischen
Arbeiterbanken ist es, dass, wiederum im Gegensatz zu den europäischen,
ihr Aktienkapital in der Regel nur zu 51 Prozent den Gewerkschaften
gehört. Die restlichen 49 Prozent sind entweder im
Besitz von einzelnen Gewerkschaftsmitgliedern oder bei einigen
Banken sogar im Besitz von Privatleuten, die den Wunsch haben,
Aktien der Arbeiterbanken zu erwerben. Es sind lediglich Vorkehrungen
getroffen, dass niemand mehr als eine beschränkte Anzahl
Aktien besitzen darf, so dass eine Zusammenballung von
grösseren Aktienbeständen in einer Hand verhindert wird.
Bei der Gründung der amerikanischen Arbeiterbanken war ursprünglich
beabsichtigt, den Geldeinlegern, also insbesondere den
Gewerkschaften und Gewerkschaftsmitgliedern, auch besondere
Vorteile zu bieten, und zwar dadurch, dass man ihnen mehr Zinsen
zahlte als die andernBanken. Man gründete sogenannte Kooperativbanken.
Der kooperative Gedanke fand darin seinen Ausdruck,
dass man die Geldeinleger am Ende des Jahres an den Gewinnen
in Form einer nachträglichen Zinszahlung teilnehmen lassen wollte.
Die grösste und eine der ältesten der amerikanischen Arbeiterbanken,
die der Bruderschaft der amerikanischen Lokomotivführer,
hat dieses System durchgeführt. In den letzten Jahren jedoch ist
man davon abgekommen, da man erkannte, dass auch die Arbeiterbanken
genötigt sind, Kapital zu bilden und die restlose Ausschüttung
der Gewinne die Entwicklung ausserordentlich schwierig
macht. Auch die Banken, bei denen dieses System noch besteht,
tragen sich stark mit dem Gedanken, eine Änderung herbeizuführen.
Die Verwaltung der amerikanischen Banken ist verschiedenartig.
Die geschäftlichen Leiter sind fast überall reine Fachleute.
Vielfach hat man diese Leiter nur auf Grund ihrer fachlichen Eignung
eingestellt ohne Rücksicht darauf, ob sie in irgendeiner Form
mit der Arbeiterbewegung in Beziehungen stehen. In anderen Fällen
wiederum hat man Beziehungen zur Arbeiterbewegung, auch wenn
diese nur in einer erklärten Arbeiterfreundlichkeit bestehen, neben
der fachlichen Eignung zur Voraussetzung für die Einstellung gemacht.
In einzelnen Fällen sind auch Gewerkschaftsangestellte,
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