Metadata: Denkschrift betreffend die Neuregelung der handelspolitischen Beziehungen Deutschlands zu den Vereinigten Staaten von Amerika

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Wir ersehen aus dieser Tabelle folgendes: 
1. Unsere Ausfuhr in Glas und Glaswaren ist 
binnen 13 Jahren um etwa 60 0 / o gesunken. Die 
durchschnittliche Belastung der Einfuhr in die 
Union beträgt hier 56—62°j Q des Wertes. 
2. Die deutsche Ausfuhr in Leder und Leder 
waren nach drüben sank um über 30°/ 0 . Der 
Durchschnittszoll der Union stellt sich hier auf 
35—36%. 
3. Unsere Ausfuhr in Papier ging um 40% 
zurück. Die Einfuhr ist drüben mit einer Eingangs 
abgabe von 28—30% belastet. 
4. In Seidenwaren fiel unsere Ausfuhr um 
40%. Auf den Import wird drüben ein Zoll von 
durchschnittlich 53% erhoben. 
5. In Wollwaren hatte unsere Ausfuhr einen 
Rückgang um 60% zu verzeichnen. Durchschnitt 
lich lastet auf dieser Einfuhr ein Zoll von 92 %. 
Was aus diesen Industrien noch nach der 
Union geht, ist gewöhnlich hochwertige Ware. 
Billige kann den Zoll nicht tragen. 
Es ist demnach zu wiederholen: Das Schwer 
gewicht bei Handelsvertragsverhandlungen mit der 
Union ist auf Minderung der Zölle für hochwertige 
Fabrikate zu legen. 
* * 
Das Hauptkontingent unserer Ausfuhr nach 
der Union stellt die Textilindustrie. 
Hier wäre bei einem großen Tarifvertrag mit 
der Union in erster Linie der Hebel einzusetzen, 
für sie eine Anzahl Zollermäßigungen zu erwirken. 
A. 
Wenn wir die Tendenz der Entwickelung der 
Textileinfuhr der Union kurz skizzieren wollen, 
so finden, wir folgendes: 
a) Die Einfuhr von Wollfabrikaten ist in einer 
sehr starken Abnahme begriffen. Die Union 
importierte „Manufactures ofWool“ für 
im Jahre 
Millionen Dollars 
im Jahre 
Millionen Dollars 
1860 
43,14 
1890 
56,58 
1870 
34,49 
1895 
38,54 
1875 
44,61 
1900 
16,16 
1880 
33,9 1 
1903 
19,55 
.885 
35,78 
1904 
17,73 
Bedenkt man, daß die Bevölkerung der Union 
betrug 1860: 31,44 Millionen und 1904 etwa 81,75 
Millionen, daß damals auf der Quadratmeile rund 
IO Menschen saßen, jetzt 27, so muß man sich an 
gesichts dieser riesig steigenden Bevölkerung 
und der stark sinkenden Importziffer offen und 
ehrlich sagen: mit der Union als Absatzgebiet für 
europäische Stapelwollwaren ist es in der Haupt 
sache vorbei. 
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