Der psychologische Zustand („Zufriedenheits“stimmung) des
amerikanischen Arbeiters ist ebensowenig gleichmässig, wie seine
Lohn- und Arbeitsbedingungen und damit seine soziale Position
einheitlich sind.
) Auch hier, im materiellen Fundament des psychologischen Zu-
T Standes, drückt sich ein förmliches Gesetz des Gegensatzes
n zwischen Deutschland und Amerika aus.
T In Deutschland hat sich infolge des Krieges und aus der Um-
n bildung der Industrie heraus der Ungelernte in seinem Finkommen
dem Lohnniveau des gelernten Arbeiters stark genähert. Die
m Inflationszeit hat an diesem Tatbestand im wesentlichen nichts ge-
n ändert, die im Gange befindliche Umbildung der Produktions-
e methodenin der deutschen Wirtschafterzeugt weiter eine vermehrte
n Auswirkung jener Entwicklung. Die soziale Oberschicht der Arbeit-
: nehmer, die Angestellten (kaufmännische und technische An-
+ gestellte, ebenso Werkmeister), sind im besonderen während der
It Inflation, aber auch weiterhin aus den schon erwähnten Umbildungs-
tendenzen der Wirtschaft heraus der Schicht der gelernten Arbeiter
T entgegen, also sozial nach unten gerückt. Die Spanne zwischen
) den Angestelltengehältern und dem Einkommen der gelernten
It Arbeiter ist ständig geringer geworden.
F Es hat eine Zusammenpressung der einzelnen Schichten der
ir deutschen Arbeitnehmer stattgefunden. Zugleich ist die Arbeit-
u nehmerschicht in ihrer Gesamtheit in der realen Finkommenshöhe
nm und damit in der sozialen Gesamtstufung innerhalb der Gesell-
n schaft tiefer gedrängt worden, als sie vor dem Kriege stand.
In den Vereinigten Staaten hat die Weltkriegskoniunktur eine
ü- wesentlich andere Entwicklung ausgelöst, die auch durch die grosse
Tr, Nachkriegskrise in ihrer Tendenz nicht verändert wurde.
Ss Der Weltkrieg hob nicht nur die Preise, sondern auch die Löhne.
ze Da in den Vereinigten Staaten die soziale Einzelschattierung der
Sr Arbeiter ausserordentlich vielgestaltig ist und im wesentlichen der
Unterschied zwischen gelerntem und ungelerntem Arbeiter zugleich
= I Zwischen gewerkschaftlich organisiertem und unorganisiertem
il di an Ist, So vermochten bei der allgemeinen Aufwärtsbewegung
ns währe NE der gelernten (gewerkschaftlich organisierten) Arbeiter
an elren st Jahre 1914 bis 1918 und dann bis 1920 lebhafter zu
rn and an die der übrigen Arbeiter. Dort, wo die persönliche Wider-
lie © ib vi ee AM geringsten ist, wo die Energie des sozialen Auf-
ne 69S DISAEF nicht organisiert werden konnte — bei den frisch Ein-
er an den Negern usw. —, da wurden die Löhne von der
r- een C Ger Anfwärtsbewegung naturgemäss am wenigsten mit-
le S ZOgen. SO ist seit 1914 in den Vereinigten Staaten nicht eine Zu-
“mmenschiebung der einzelnen Arbeiterschichten — wie sie in
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