auch in den Riesenkarawansereien, wie sie erst neuerdings die
Statlergesellschaft in den grössten amerikanischen Städten gebaut
hat und baut. Wir fanden kein Einheitsbett, auch nicht in den aller-
neuesten, eben erst eröffneten Betrieben dieser Art. Häufig fanden
sich in jeder Etage, mitunter sogar auf den gleichen Stockwerken
und in den einzelnen Zimmern, verschiedene Bettformen. Die Betten
waren nicht nur in der Form und im Material, sondern auch in den
Grössen, in der Fusshöhe usw. durchaus unterschiedlich. Es war
nicht der Zimmerpreis, der das Aussehen des Bettes bestimmte!
Das gleiche ergab sich überdies auch für die Bettwäsche, ob-
wohl die Normisierungskommission mit Stolz berichtet, dass sie
Bettdecken- und Bettüchergrössen in der Typenzahl von 78 auf 12
herabgedrückt habe. Aber in den Hotels konnten ja Geschäfts-
gründe irgendwelcher Art gegen die Normisierung gesprochen
haben.
Wir gingen in die Möbelabteilungen der Warenhäuser für den
Mittelstand und in die Kaufhäuser, in denen die Arbeiter kaufen,
studierten die Kataloge der grossen Versandhäuser, die an Millionen
von Farmern liefern. Wir fanden einige hundert verschiedene Bett-
typen und -arten. (Wir sprechen hier nicht von gleichen Typen in
unterschiedlicher Qualität!)
Wir befragten uns in den Kaufhäusern über die „Standard“betten,
über diejenigen in der Fülle der vorhandenen Typen, die Massen-
umsätze ergeben. Zu unserem Erstaunen wurde uns immer wieder
gesagt, dass zu den meistgekauften Marken die verschiedensten
Bettypen gehörten. (Wir sprechen hier wieder nicht von ver-
schiedenen Preistypen, sondern von unterschiedlichen Typen in
etwa gleicher Preislage!)
Wir befragten die amerikanischen Gewerkschafter; sie lachten
über die Reklamelüge, auf die man hereingefallen sei.
Wir befragten amerikanische Unternehmer; sie antworteten,
dass Normisierung ... sehr notwendig sei!
Wir fragten nach der grössten Bettstellenfabrik Amerikas; aber
auch „Simons“ hat mit seinem Metallbett noch nicht das normisierte
Einheitsfabrikat erreicht.
Und dann der Unterschied der Preise! Ein schweres, weiss
lackiertes Metallbett, die Hauptteile aus Eisenrohr von etwa vier
Zentimeter Durchmesser, kostet etwa 10 Dollar. Den Patentfeder-
rahmen, den es überdies in den verschiedensten Ausführungen gibt,
kann man ebenso für etwa 10 Dollar haben. Dazu kommt die
Matratze, sie existiert wieder in vielen Ausführungen und Grössen.
Die mittlere Qualität kostet etwa 25 Dollar. Dieses so von jedem
einzelnen Käufer nach seinem Geschmack und nach seinem Geld-
beutel kombinierte Metallbett ist aber durchaus nicht das Ziel aller
Amerikaner, Das Metallbett steht in Idealkonkurrenz mit dem heute
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