=
Monopol dort, wo sie aus dauernden Ursachen nicht völlig frei
wirken kann. Dieser Zustand äußert sich regelmäßig in einer „ein-
seitigen Dringlichkeit der Nachfrage“, und die Folge ist, daß der
Monopolist für das von ihm hergegebene Wertding von seinem
Tauschgegner (den wir in Zukunft als seinen „Kontrahenten“ be-
zeichnen werden) mehr, und dieser weniger von dem Preisgut er-
hält, als bei voller freier Konkurrenz der Fall wäre. Jener streicht
einen Monopolgewinn über den statischen Konkurrenzpreis hinaus
ein, den dieser als Monopoltribut, d. h. als Abzug vom Ssta-
tischen Preise seines in Tausch gegebenen Wertdinges abtritt.
Das ist das allgemeine Gesetz. Nun unterscheiden wir aus
rein praktischen Gründen der leichteren Verständigung zwischen
Verkauf und Kauf, je nachdem die von uns gerade betrachtete
Tauschpartei Geld empfängt oder hergibt. Logisch-theoretisch be-
steht hier kein Unterschied: wer kauft, verkauft Geld, wer ver-
kauft, kauft Geld. Aber es ist praktisch nützlich, zwischen den
beiden Handlungen, und entsprechend auch zwischen dem Ver-
kaufs- und dem Einkaufsmonopol zu unterscheiden. Beim ersten
erhält der Monopolist mehr an Geld, als das Wertding bei völlig
freier Konkurrenz wert wäre, als einen Surplusgewinn über seine
„Kosten“ hinaus. Beim Einkaufsmonopol zahlt der Monopolist für
das gekaufte Wertding weniger an Geld, als er zahlen müßte, wenn
völlig freie Konkurrenz bestände. Wenn er Wiederverkäufer ist,
kann er aber das eingekaufte Wertding zum vollen Konkurrenz-
preis in seine Selbstkosten einsetzen, realisiert also, nur etwas
später, den Mehrwert dennoch in Geld.
Daraus geht hervor, daß der Profit seinem Ursprunge
nach ohne weiteres erklärt ist, wenn sich zeigen läßt, daß die
Kapitalisten den Arbeitern gegenüber ein Einkaufsmonopol beim
Eintausch ihrer „Dienste“ besitzen. Wenn das der Fall ist, kaufen
sie z. B. einen Dienst, der 6 M. wert ist, für 3 M. und verkaufen
ihn, als in das Erzeugnis inkorporierten Wert, später für volle 6 M.,
womit dann der Mehrwert realisiert — und der Profit erklärt ist.
Oder, um eine von mir vorgeschlagene Terminologie einzu-
führen: der Profit läßt sich unmöglich aus der Monopol- Preis-
Theorie, aber sehr einfach aus der Monopol- Lohn - Theorie dedu-
zieren. Er entsteht nicht durch Aufschlag auf den Preis zu Lasten
der Konsumenten, sondern durch Abzug vom Lohne zu Lasten
der unselbständigen Produzenten, der Arbeiter.
Nun kann gar kein ernsthafter Zweifel daran bestehen, daß
in der Tat jeder Arbeitsvertrag unter einem Monopolverhältnis ab-