Amonn mit Recht von mir verlangt. Und diese Lehre ist nur
in ihrer arithmetischen Formel neu. Sie gibt etwas verfeinert nur
die längst bekannte großartige Wertformel wieder, die Carey zu-
erst gefunden und Eugen Dühring dann ausgestaltet hat:
„Der Wert ist das Maß der Beschaffungswiderstände“,
und zwar der Wert der beliebig reproduzierbaren Güter das Maß
der natürlichen, von der Natur gegebenen, und der Wert der
Monopolgüter außerdem das Maß der gesellschaftlichen,
rechtlichen Widerstände!). Güter solcher Produzenten, deren
besondere Qualifikation nicht durch Ausbildung erworben werden
kann, stehen unter den Gesetzen der Monopolpreisbildung.
Somit scheint es uns, als wenn auch das letzte Postulat, das
an eine Wertlehre gestellt werden kann, durch uns erfüllt ist; und
so haben wir die Hoffnung, unseren Herrn Gegner noch ganz für
uns gewinnen zu können, wenn es uns gelungen sein sollte, seine
Bedenken in den übrigen Punkten zu zerstreuen.
Um dazu auch noch das letzte zu tun, will ich noch auf ein
Gedankenexperiment eingehen, das ich schon früher der Grenz-
nutzenschule und jetzt in unserer Debatte Amonn entgegen-
gehalten habe. Auf Rodbertus’ isolierter Insel, wo aller Boden
von gleicher Güte ist, lebt die Bevölkerung zu 90% von Roggen-
und zu 10% von Weizenbrot. Da Weizen etwas mehr Produktions-
kosten bedingt als Roggen, so steht der Preis ır:10. Jetzt lasse
ich aus irgendeinem Grunde den Geschmack umschlagen. In der
Kinetik steigt selbstverständlich jetzt der Weizen, und der Roggen
fällt. Das Roggenareal schrumpft, und die Weizenfläche wächst ent-
sprechend. Irgendwo wird eine neue Statik erreicht, sagen wir: wenn
90% Weizen- und 10% Roggenbrot verzehrt werden. Da sonst alles
beim gleichen geblieben ist, steht der Preis genau wie vor der
Umwälzung des Geschmacks und der landwirtschaftlichen Erzeugung
11:10. Daraus habe ich den Schluß gezogen: „Das Begehr hat
nur auf die zu Markte gebrachte Menge, aber nicht auf die
Preisrelation gewirkt“. Amonn hält dem gegenüber, daß ja
der Preis von der Menge und also (indirekt) vom Begehr, der also
dennoch auf den Preis „wirke“, abhänge. Es ist wirklich schwer,
sich zu verständigen. Hier wird wieder der Realgrund einer Er-
scheinung mit ihrem Erkenntnisgrunde verwechselt und verwirrt.
Vielleicht wird mich Amonn nicht mehr mißverstehen, wenn ich
sage, daß die ungeheuere Revolution des gesellschaftlichen Begehrs,
1) Vgl. unsere „Theorie“, S..767.
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