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stand, wurde durch Aussprache in solchen Versammlungen be
seitigt und keinerlei Streitigkeiten kamen zwischen den Mit
gliedern der verschiedenen Organisationen vor, sondern es
herschte überall Einmütigkeit, in der jetzigen ernsten Zeit alle
Streitfragen zu begraben.
Auch im Saargebiet würden öffentliche Bergarbeiterver
sammlungen nicht den Frieden unter den Bergarbeitern stören,
sondern ebenso wie heute die Bergarbeiter im Felde eipig und
ein Volk von Brüdern sind, würden sie es auch in den Versamm
lungen sein. Bei Mitgliederversammlungen, die doch nur von
Anhängern einer Richtung besucht werden, da Nichtmitglieder
gar keinen Zutritt haben, ist der Einwand, daß der Frieden
unter den Bergarbeitern gestört werden könne, erst recht hin
fällig. Zwist unter den Bergarbeitern wird eher ausbrechen,
wenn sie nicht mehr belehrt werden und jede Aussprache mit
ihnen abgeschnitten ist.
Auch diese Eingabe zeigt Ew. Exzellenz, daß in der Kriegs
zeit von Streitigkeiten zwischen den verschiedenen Organisationen
keine Rede sein kaun, und glauben wir uns der Hoffnung hin
geben zu dürfen, daß das Kriegsministerium Anweisungen gibt,
die auch den Bergarbeitern des Saargebiets gestatten, sich zu
sammenzufinden, nm darüber zu beraten, wie am besten die
Wunden, die der Krieg schlägt, geheilt werden können.
In der angenehmen Erwartung auf baldige günstige Ant
wort zeichnen
Mit hochachtungsvollem Glück auf!
Verband der Bergarbeiter Deutschlands.
Gewerkverein christlicher Bergarbeiter.
Gewerkvercin der Bergarbeiter (H.-D.)
Essen, den 6. Februar 1915.
An Se. Exzellenz, den Herrn Minister für Handel und
Gewerbe, von Sydow, Berlin.
Die ergebenst unterzeichneten Bergarbeiterverbände er
lauben sich, Ew. Exzellenz die Bitte zu unterbreiten, geeignete
Schrite zu veranlassen, daß zur Schlichtung von Streitigkeiten
aus dem Arbeitsverhältnis zwischen Arbeitgebern und Arbeitern
des Bergbaues ein Einigungsamt errichtet wird.
AIs Aufgabe des Einigungsamtes käme die friedliche Ver
mittelung und Beilegung von Streitigkeiten, die sich aus Fragen