findliche Notgeld wurde eingelöst, Ende Mai 1924 waren fast die
gesamte Goldanleihe von 500 Millionen und die Hauptmasse des
Notgeldes, im ganzen 625 Millionen Goldmark, aus laufenden
Reichsmitteln zurückgekauft, Das war eine Leistung, die bei den
Mitgliedern des Komitees Erstaunen und Befremden weckte, Sie
fanden es nicht in der Ordnung, daß ein Staat, der eben erst an-
fing, sich aus dem finanziellen Zusammenbruch zu erheben, eine
fundierte Schuld von 500 Millionen Goldmark aus laufenden Ein-
nahmen zurückzahlte,
So war es begreiflich, daß die Sachverständigen bei ihrem
Aufenthalt in Berlin von der Zahlungsfähigkeit Deutschlands
eine sehr hohe Meinung bekamen, Was mußte ein Land, das trotz
des Verlustes aller Einnahmen aus dem besetzten Gebiete seine
zerrütteten Finanzen so schnell ordnete und gleich anfing, in
großem Maße Schulden zu tilgen, was mußte ein solches Wunder-
land für die Reparation leisten können, wenn erst einmal die
politische Lage gebessert und die wirtschaftliche Einheit Deutsch-
lands wieder hergestellt war? Es wurde damals allen Ernstes
behauptet, die Sachverständigen wollten Deutschland eine jähr-
liche Reparationslast von vier Milliarden Goldmark auferlegen.
Und doch zeigte sich gerade in jenen Tagen, wie unsicher die
Grundlage der deutschen Währung noch war. Plötzliche starke
Verkäufe von Rentenmark — man sagte: aus dem besetzten
Gebiet — warfen den deutschen Wechselkurs im Ausland um
20 Prozent zurück, Daran knüpfte sich allerlei Gerede über Un-
stimmigkeiten zwischen dem ersten Komitee und Dr, Schacht
in Sachen der Goldnotenbank, Durch eine geschickte Bekannt-
machung des Komitees wurde die Gefahr beschworen, Der Kurs
der Mark stellte sich wieder auf die Goldparität ein,
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