Full text: Denkschrift über die Maschinenindustrie der Welt, bestimmt für das Komitee B des Vorbereitenden Ausschusses der Internationalen Wirtschaftskonferenz des Völkerbundes

A. Zahl der beschäftigten Arbeiter. 
Bei einer Feststellung der Beschäftigtenzahl im Maschinenbau der einzelnen Länder 
und infolgedessen bei der Errechnung der Beschäftigtenzahl im Maschinenbau der Welt 
erheben sich dieselben Schwierigkeiten, die sich bei der Feststellung der Weltproduktion von 
Maschinen ergaben. Einmal ist die Statistik lückenhaft, andererseits grenzt sie den Begriff 
des Maschinenbaues in den einzelnen Ländern nicht gleichmäßig ab und schließlich liegen 
die Statistiken nicht alle für dasselbe Jahr vor. Trotzdem kann man für die Jahre 1913 
und 1925 auf die gleiche Weise, wie sie bei der Produktion angewandt wurde, zu annähern- 
den Schätzungen gelangen. 
Man erhält dabei für die einzelnen Länder folgende Zahlen: 
1. Vereinigte Staaten.‘ Es‘ liegt‘ die Angabe der Arbeiterzahl‘ für das Jahr 1914 
vor. Sie betrug 518 050. Geht man von derselben Erwägung aus, die bei der Errechnung 
der Produktion für das Jahr 1913 angestellt wurde, d. h. also, nimmt man für 1914 gegen- 
über 1913 eine Minderbeschäftigung von 20% an, dann erhält man für das Jahr 1913 eine 
Arbeiterziffer von 620 000. 
Für die Nachkriegszeit liegt die Angabe der Arbeiterziffer für das Jahr 19283 vor. Es 
waren damals im Maschinenbau der Vereinigten Staaten 703 741 Arbeiter beschäftigt. Rechnet 
man diese Zahl mit der Ziffer des Beschäftigungsgrades — der Beschäftigungsgrad wird für 
das Jahr 1923 mit 90% des Standes vom Juni 1920, für das Jahr 1925 mit 74,5% angegeben 
— auf das Jahr 1925 um, so erhält man 582 000 Arbeiter. 
2. Großbritannien. Für die Vorkriegszeit liegen Angaben nicht vor. Rechnet man den 
gleichen Produktwert je Kopf wie in Deutschland, vergleicht man andererseits die Zunahme 
der Produktion vom Jahre 1913 auf 1925, für welches Jahr die Arbeiterzahl annähernd fest- 
steht, so erhält man.für das Jahr 1913 rund 330 000 Arbeiter. 
Für die Nachkriegszeit liegt die aus den gegen Arbeitslosigkeit im Maschinenbau im 
Jahre 1925 versicherten Personen errechnete Beschäftigtenzahl vor. Sie beträgt 690 000. 
Da die Versicherungsgrenze sehr hoch ist (250 £), sind in dieser Zahl die Angestellten 
mit einbegriffen, die in den Zahlen für die Vereinigten Staaten und Deutschland nicht mit- 
gezählt sind. Die Zahl der Angestellten und Beamten macht in diesen beiden Ländern 16 
bis 18% aus. Man wird also nicht fehlgehen, wenn man einen Prozentsatz von etwa 12 
von der genannten Beschäftigungszahl abzieht. Man erhält so für das Jahr 1925 eine Ar- 
beiterzahl von rund 500 000 für Großbritannien. 
3. Deutschland. Für die deutsche Maschinenindustrie wird die Gesamtzahl der Be- 
schäftigten im Jahre 1913 vom VDMA auf 500 000 bis 600 000 geschätzt. Nimmt man das 
Mittel dieser Zahlen (550 000) und rechnet man mit dem für Mitte 1914 festgestellten An- 
teil der Arbeiter an der Gesamtbelegschaft der VDMA-Mitgliedsfirmen (83,7%), so ergibt 
sich für 1913 eine Arbeiterzahl von rund 460 000. 
Im Jahre 1925 betrug die Zahl der Beschäftigten im deutschen Maschinenbau 554 000. 
Das ergibt nach entsprechender Rechnung (Anteil der Arbeiter an der Gesamtbelegschaft 
— 81,5%) für 1925 eine Arbeiterzahl von rund 452 000. 
4. Für die übrigen Länder gelangt man auf ähnliche Weise zu annähernden Ergebnissen 
über die Arbeiterzahl im Maschinenbau. Teils konnten die statistischen Angaben des An- 
hangs ohne weiteres benutzt werden, teils lagen Ziffern für vorhergehende Jahre vor, die 
zu einer ziemlich genauen Schätzung der Arbeiterzahl in den Jahren 1913 und 1925 führen 
konnten, zum Teil mußte aus den Nachkriegsziffern auf die Arbeiterzahl im Jahre 1913 
zurückgeschlossen werden, wobei der Produktionswert pro Kopf insofern eine Kontrolle 
bot, als er in Ländern mit wirtschaftlich gleicher Struktur annähernd derselbe sein dürfte 
— hierauf ist noch näher einzugehen —. Man erhält auf diese Weise die untenstehende 
Tabelle. Die Zahlen haben keinen unbedingten Genauigkeitswert. Es liegt jedoch hier 
ähnlich wie bei der Produktion; die Zahlen der wichtigsten Produktionsländer sind ziem- 
lich genau, die auf ungenauer Grundlage geschätzten Ziffern fallen demgegenüber nicht so 
stark ins Gewicht. Die Fehlergrenze bei der Errechnung der Arbeiterzahl im Maschinen- 
bau der Welt dürfte. 10%. nicht überschreiten. 
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