fullscreen: Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

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bekanntlich dieser Landverkehr durch die Fortschritte der Seeschiff- 
fahrt infolge des Ueberganges von den Segelschiffen zu den Dampf- 
schiffen, von den Holzschiffen zu den Eisen- und Stahlschiffen, durch 
die Vergrösserung des Schiffskörpers und damit dessen Aufnahme- 
fähigkeit, wodurch die Verbindung mit den überseeischen Ländern im 
höchsten Masse erleichtert und durch alles die internationale Arbeits- 
teilung zur weitgehendsten Ausbildung gebracht wurde. Um die Mitte 
des letzten Jahrhunderts brauchte ein Segelschiff von Hamburg nach 
New-York 6 Wochen, noch 1860 ein schneller Dampfer 14 Tage, jetzt 
7 Tage. Vor 50 Jahren galt ein Schiff von 600 Tonnen für ein ge- 
waltiges Fahrzeug, jetzt baut man Schiffe von 15—20000 Tonnen. 
Für die ältere Zeit fehlt uns die statistische Uebersicht, aber die 
neuere Entwicklung gestattet einen gewissen Rückschluss auf die der 
vorhergehenden Dezennien. 1870/71 berechnete man die Handelsflotte 
der Welt auf 2,8 Millionen Tonnen der Dampfer, 16 Millionen der 
Segler, die Gesamtleistungsfähigkeit auf 24,4 Millionen Tonnen, 1890/91 
betrug die Ziffer für die Dampfer allein 49 Millionen, 1900 die Ge- 
samtziffer der Transportfähigkeit 70 Millionen Tonnen (Nautieus, 1901 
S. 126). Ursprünglich arbeitete das Handwerk für den Lokalbedarf. 
Für eine bestimmte Anzahl Einwohner war eine bestimmte Anzahl 
Handwerker nötig, mehr hatten keinen Platz am Orte, Jetzt hat dieser 
Zusammenhang seine Bedeutung völlig verloren. 
Wenn man sich diese Fortschritte in der Ausbildung aller Ele- 
mente der Produktion vergegenwärtigt, so wird man es nur natürlich 
finden, dass die Produktion selbst andere Formen annehmen musste, 
für welche die Schablone des alten Zunftwesens nicht mehr passte, 
weil das Handwerk nur einen kleinen Teil des Gewerbes ausmacht, 
auch als solches eine andere Gestalt gewonnen hat und noch fort- 
dauernd in der Umwandlung begriffen ist, 
Die 3 Arten Drei Formen sind heute insbesondere bei dem Gewerbebetriebe zu 
des Gewerbe- unterscheiden. 1. Das Handwerk als die ursprüngliche Form, 2. der 
betriebes. Fabrikbetrieb, 3. die Hausindustrie. 
Handwerk od. Die Unterscheidung zwischen Handwerk und Fabrikbetrieb, oder, — 
Fabrikbetrieb? wie man es wohl auch gegenüber stellen könnte, zwischen Manufaktur 
und Fabrikation, weun mit dem ersteren Ausdruck heutigen Tages nicht 
etwas auderes verstanden würde, als was es ursprünglich dem Worte 
nach bedeutete, — ist ausserordentlich schwer durchzuführen. Die Her- 
stellung durch menschliche Hand ist mit genügender Kxaktheit nicht 
mehr abzugrenzen. Der Uebergang vom Handwerk zum Fabrikbe- 
triebe ist ein unendlich allmählicher, so ddass die Rechtssprechung in 
dem einzelnen Falle oft auf die grössten Schwierigkeiten stösst, zu ent- 
scheiden, ob der mittlere Betrieb unter das Gesetz über die Fabriken 
oder über das Handwerk fällt. 
Wie es der Name besagt, versteht man unter Handwerk die 
stoffveredelnde Thätigkeit, welche 1. in der Hauptsache mit der Hand 
und mit Geräten ausgeführt wird, während bei dem Fabrikbetriebe 
aber wiederum nur im allgemeinen die Benutzung von Maschinen und 
Motorkräften, welche das unmittelbare Eingreifen der menschlichen 
Hand ersetzen, angenommen wird. 
2. Hiermit steht im Zusammenhange, dass im Fabrikbetriebe eine 
weitgehende Arbeitsteilung. vorausgesetzt wird, welche bei dem Hand-
	        
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