x. Internationale Rundschau der Arbeit
Staaten veranlaßt, 1921—1922 ihre Produktion auf etwa die
Hälfte der Vorkriegszeit herabzusetzen. Die Notlage eines großen
Teiles Europas verstärkte somit die Krise eines der großen Zweige
der Produktion der Vereinigten Staaten infolge des Rückganges
der Kaufkraft aller Gruppen der hierbei in Frage kommenden
Bevölkerungskreise. Dann dehnte sich die Krise von Gewerbe
zu Gewerbe aus, um schließlich die gesamte Wirtschaft des Landes
in Mitleidenschaft zu ziehen.
Bei der Darstellung dieser Dinge sind viele Beispiele gegen-
seitiger Einflüsse ähnlicher Art wiedergegeben worden. So hat
man sich z. B. bemüht, die genauen Auswirkungen der Gold-
und Währungskrise auf die Gestehungs- oder Selbstkosten in den
verschiedenen Ländern festzustellen. Man hat, durch die Um-
wandlung der Preise in den verschiedenen Ländern in eine einheit-
liche Geldsorte (in Dollars), die Vergleichspreise des Transport-
wesens, der Rohstoffe, der Lebensmittel, der Bekleidung, der
Wohnung und der Arbeitskraft in einer ganzen Reihe von Berufen
berechnet.
Hierbei sei an einige Zahlen erinnert. Im Juni 1921 wurden
die Preisunterschiede für den Gütertransport in einigen Ländern
nach Gold und im Vergleiche zu den Preisen der Vorkriegszeit
durch die folgenden Meßziffern ausgedrückt: Ungarn 34 (Staats-
eisenbahnen) und 67 (Südeisenbahnen), Bulgarien 41, Österreich 42,
Königreich SKS 44, Tschechoslowakei 59, Deutschland 76,
Italien 79, Spanien 88, Belgien 115, Frankreich 120, Japan 150,
Dänemark 192, Niederlande 193, Schweiz 212, Schweden 275.
Für den Personentransport ergeben sich noch stärkere Gegen-
sätze. Hier sind die Meßziffern wie folgt: Österreich 8, Tschecho-
slowakei 14, Ungarn 27 (Südeisenbahn) und 46 (Staatsbahn),
Deutschland 35,. Königreich SKS 36, Bulgarien 41, Italien 53,
Frankreich 65, Indien 77, Belgien 84, Spanien 88, Dänemark 128,
Schweiz 128, Norwegen 145, Japan 167, Niederlande 17 1,
Schweden 248.
„Für Lebensmittel sind die Meßziffern jener Zeit: Polen 71,
Österreich 73 und 82, je nach den benutzten Quellen, Deutsch-
land 77 und 78, Ungarn 79, Kanada 129, Paris 134, Italien 137,
Dänemark 140, Vereinigte Staaten 145, für insgesamt 320 fran-
zösische Städte im Durchschnitt 153, Norwegen 155, Spanien 158,
Belgien 160, Schweden 172, Vereinigtes Königreich 176, Schweiz
187.
Bei den Lebenskosten, ebenfalls nach Goldwert berechnet,
ergeben sich die folgenden Meßziffern: Polen 41, Finnland 95,
Frankreich 128, Italien 132, Kanada 133, Dänemark 141, Nor-
wegen 157, Niederlande 169, Schweden 176, Vereinigtes König-
reich 177, Schweiz 179, Vereinigte Staaten 180. |
Man kann sich vorstellen, welche Umwälzungen auf den
internationalen Märkten der Wettbewerb zwischen Erzeugnissen
hervorrufen mußte, die unter so außerordentlich verschiedenen
Preisverhältnissen hergestellt wurden. Auch läßt sich daran die
Bedeutung der Schwierigkeiten erkennen, die durch solche
Unterschiede in den Gestehungspreisen entstanden, wenn es sich
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