Full text: Reis

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Durchlässigkeit des Untergrundes ab. Nach 15—20 Tagen sind 
fast unter allen Umständen die Pflanzen so weit festgewachsen, 
daß sie auch bei stärkerer Wasserzufuhr aufrecht stehenbleiben. 
Jetzt beginnt überall das Unkraut aufzuschießen, das die jungen 
Reispflanzen im Wachstum behindert. Es muß deshalb die 
erste Jätung vorgenommen werden. Sie erfolgt bei möglichst 
geringem Wasserstande. Das Unkraut wird ausgerissen und 
dann gleichmäßig unter möglichster Schonung des Wurzelwerkes 
der Reispflanzen mit den Händen untergewühlt. Diese Methode 
hat den Vorteil, daß die in den ersten Tagen nach dem Pflanzen 
durch das Aussetzen der Bewässerung entstehende harte Erd- 
kruste beseitigt und die obere Bodenschicht durchlüftet wird. 
Das untergewühlte Unkraut dient dabei gleichzeitig als Grün- 
düngung. Unter beständiger Wasserzufuhr — bis zu durch- 
schnittlich 10 cm Höhe — setzt nun die Hauptstufe der vege- 
tativen Entwicklung des Reises ein, während der zunächst 
zahlreiche Seitentriebe gebildet werden. Diese Periode dauert 
etwa 2—2'/, Monate. Bereits nach 11!/, Monaten wird unter 
klimatischen Bedingungen, die den Unkrautwuchs fördern, wie 
in Westjava, eine zweite und gleichzeitig letzte Jätung vor- 
genommen. Zwei Tage vor dieser Jätung wird kein Wasser 
mehr zugeführt. Eine Aufwühlung des Bodens ist wegen der 
jetzt starken Durchwurzelung ausgeschlossen; man beschränkt 
sich darauf, das Unkraut vorsichtig auszureißen. Junge und 
fleischige, leicht verrottende Pflanzen läßt man zwischen den 
Reisreihen liegen, während man die Gräser und schwer verwes- 
lichen Pflanzen auf die Dämme wirft und dort vertrocknen läßt, 
um sie bei der nächsten Bearbeitung unterzupflügen. Um das 
Weiterwachsen des innerhalb der Felder liegengebliebenen Un- 
krautes zu verhindern, wird auch in den ersten 2 oder 3 auf die 
Jätung folgenden Tagen kein Wasser zugeführt. Dann geht 
aber die Bewässerung gleichmäßig und kräftig weiter, bis sich 
die Blütenrispen zu bilden beginnen. Erst jetzt wird der Wasser- 
zufluß langsam vermindert, doch noch in beschränktem Maße 
bis zu dem Zeitpunkt aufrechterhalten, wo die Frucht nahezu 
ausgewachsen ist. Wenn diese ihre grüne Färbung zu verlieren
	        
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