Metadata : Grundzüge der Sozialpolitik

5.  Kapitel.  Träger  und  Organe  der  Sozialpolitik.

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Außer  den  besprochenen  zentralen  Veranstaltungen  finden  sich  in
Deutschland  noch  mehrfach  ähnliche  Einrichtungen  für  engere  Gebiete,
wie  das  1900  in  München  auf  Anregung  des  dortigen  Gewerbeinspektors ­
  aus  Privatmitteln  errichtete  Museum  für  Arbeiterwohlfahrt  und
das  1903  gebildete,  aus  der  Auskunftsstelle  für  Arbeiterangelegenheiten
des  Instituts  für  Gemeinwohl  und  aus  dem  Verein  für  Förderung  des
Arbeiterwohnungswesens  hervorgegangene  „Soziale  Museum“  in
Frankfurt  a.  M.
In  Amerika  ist  von  der  League  for  social  Service  im  Jahre  1902
nach  dem  Vorbilde  des  Pariser  Musee  social  ein  Institute  of  social
Service  in  Neuyork  errichtet  worden,  das  in  diesem  Zusammenhänge
Erwähnung  verdient.  Auch  in  Moskau,  Brüssel  und  Zürich  bestehen
ähnliche  Veranstaltungen.  In  Budapest  ist  ein  soziales  Museum  auf
Veranlassung  des  Handelsministers  im  Entstehen  begriffen.
Im  ganzen  darf  Deutschland  nach  dem  Gesagten  in  Anspruch
nehmen,  daß  es  auf  diesem  Gebiete  besonderen  Eifer  entfaltet  hat.
Mit  der  ständigen  Ausstellung  für  Arbeiterwohlfahrt  hat  es  überdies
einen  Weg  beschritten,  der  einen  guten  Erfolg  erwarten  läßt,  und  der,
wenn  er  auch  nicht  ohne  weiteres  auf  andere  Länder  wird  übertragen
werden  können,  doch  auch  im  Auslande  die  verdiente  Beachtung
finden  dürfte.
Bei  allen  museenartigen  Veranstaltungen,  die  sich  auf  ein  so  im
Fluß  befindliches  Gebiet  beziehen,  ist  eine  Gefahr  nicht  zu  übersehen,
nämlich  die,  daß  der  Inhalt  der  Ausstellung  mit  den  tatsächlichen
Verhältnissen  nicht  Schritt  halten  kann  und  veraltet.  Wenn  das  eintreten
  würde,  so  wäre  es  eine  bedeutende  Herabminderung  des  praktischen ­
  Wertes  der  Einrichtungen.  Die  Hauptaufgabe  der  leitenden
Organe  ist,  diese  Gefahr  abzuwehren.  Dazu  bedarf  es  einer  ständigen
und  engen  Fühlung  mit  den  Kreisen  des  praktischen  Lebens.  In
diesem  Zusammenhänge  erweist  es  sich  als  ein  glücklicher  Gedanke,
daß  in  Deutschland  der  Leitung  der  ständigen  Ausstellung  ein  sachverständiger ­
  Beirat  zur  Seite  gestellt  ist.  Da  er  eine  ansehnliche
Zahl  von  Männern  umfaßt,  die  entweder  als  Aufsichtsbeamte  oder  als
Arbeitgeber  oder  als  Arbeiter  mit  den  tatsächlichen  Verhältnissen
aufs  engste  vertraut  sind  und  bleiben,  so  kann  von  hier  aus  das
Streben  der  Leitung,  die  Ausstellung  immer  auf  der  Höhe  der  Zeit
zu  halten,  eine  wirksame  Unterstützung  erfahren.  Auch  die  Anregung
des  eigenen  Interesses  der  Beteiligten  an  der  Benutzung  der  Ausstellung ­
  zur  Bekanntgabe  ihrer  Einrichtungen  wird  sich  als  rvertvoll
erweisen.
Daß  die  sozialen  Museen  und  Ausstellungen  ebenso  wie  die  sozialstatistischen ­
  Zentralstellen  nicht  nur  Organe,  sondern  auch  Objekte
der  Sozialpolitik  sind,  versteht  sich  von  selbst,  und  es  ist  deshalb
            
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