thumbs : Die konsumgenossenschaftliche Gütervermittlung, ihre Technik und wirtschaftliche Bedeutung

kommt  daher,  daß  die  Verteilungsgüter  nicht  im  Schaufenster  ausgelegt ­
  werden  —  wenigstens  ist  das  bei  Lebens-  und  Genußmitteln  in
Deutschland  der  Fall  —  was  übrigens  eine  nicht  geringe  Ersparnis
an  Kosten  bedeutet.  Bei  anderen  Artikeln  als  den  genannten  hat  man
allerdings  die  Schaufensterrcklame  eingeführt,  so  z.  B.  haben  die
sächsischen  konsumgenossenschaftlichen  „Warenhäuser"  ihre  eigenen  Dekorateure. ­
  In  England  ist  das  Auslegen  in  den  Schaufenstern  füralle
  Artikel  üblich.
In  letzter  Zeit  ist  ein  Zug  zur  Verfeinerung  der  Abgabestellen ­
  vorhanden.  In  verschiedenen  Städten  hatte  ich  Gelegenheit,
dies  zu  konstatieren.  In  Erinnerung  ist  mir  besonders  eine  vor  kurzem
errichtete  Abgabestelle  der  „Befreiung"  in  Elberfeld,  die  die  meisten
der  großen  privaten  Lebensmittelgeschäfte  unserer  mittleren  Großstädte ­
  tatsächlich  an  Ausstattung  usw.  übertrumpft.  Diese  Abgabestelle ­
  bildet  allerdings  eine  Ausnahme.  Der  in  der  Anmerkung  gegebene ­
  Bericht  zeigt,  daß  auch  die  sächsischen  „Warenhäuser"  kein
Proletariergewand  zeigen.  Es  handelt  sich  dabei  um  eine  neu  errichtete ­
  Zentralabgabestelle  des  Leipzig-Plagwitzer  Konsumvereins  an
der  verkehrsreichen  Ecke  der  Karl-Heine-Straße  und  Josephstraße  im
Westen  von  Leipzig?)

6 )  Das  Gebäude,  auf  einer  Grundfläche  von  640  Quadratmeter  errichtet,
besitzt  an  der  Karl-Heine-Straße  eine  Frontlänge  von  zirka  17  Meter  und  an
der  Josephstraße  eine  solche  von  zirka  33  Meter;  es  enthält  außer  einem
hohen,  hellen,  geräumigen,  gegen  jeden  Feuchtigkeitseinfluß  gesicherten  Lagerkeller ­
  noch  ein  Erdgeschoß  und  drei  Obergeschosse,  sowie  zwei  Dachgeschosse.
Lichtvoll  und  luftig  sind  die  Verkaufsräume;  ernst,  gemessen  und  kraftvoll ­
  ist  das  Haus  in  seinem  Aeußeren,  unaufdringlich  und  doch  seines  Zweckes
bewußt.  Die  Hauptfront  nach  der  Karl-Heine-Straße  ist  durch  plastisch  gehaltene ­
  Säulen  und  dazwischengesetzte  Erker  bewegt  und  mit  kräftigen  Schattenwirkungen ­
  durchsetzt.  Ein  Giebel  mit  der  monumental  gehaltenen  Firmeninschrift ­
  krönt  das  Ganze.  An  der  Seitenfront  gibt  im  letzten  Teile  der  Austritt ­
  am  Erfrischungsraum  mit  seiner  durchgehenden  Blumenreihe  erwünschte
Unterbrechung.  Bei  einem  Rundgang  durch  das  Gebäude  betritt  man  zunächst
durch  den  Ladeneingang,  der  an  der  Josephstraße  gelegen  ist,  das  Erdgeschoß,
dessen  Fußboden  niit  dunklem  blau-grauen  Granitlinoleum  belegt  ist.  —  Alles
ist  praktisch  und  sachgemäß  verteilt,  so  daß  die  Mitglieder  mit  Leichtigkeit
die  Abteilungen  finden,  in  denen  sie  kaufen  wollen.  Die  eichene  Inneneinrichtung, ­
  in  hellstem  Ton  gehalten,  verleiht  dem  Ganzen  ein  freundliches
und  ruhiges  Aussehen.  Die  Wände  sind  weiß  gehalten  und  bilden  für  sich
eine  Lichtquelle.  Einen  Schmuck  des  ganzen  Raumes  bilden  die  großen  und
gediegenen  Beleuchtungskörper,  in  Altmessing  gehalten,  mit  ihren  geschlossenen
Kristallschalen.  Die  Notbeleuchtung  wird  durch  Gas-Wandarme  gebildet,  die
in  gutem  Einklang  mit  den  Deckenbeleuchtungskörpcrn  iteben.  Air  reichliche
            
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