Schluß.
blick auf die Zukunft die Gefahren des Industriestaates deut-
lich zeigt und den Schutz der Landwirtschaft zur Erhaltung
und Erhöhung ihrer Leistungsfähigkeit notwendig macht,
liegt den Vorkehrungen, die die Regierung für die Landwirt-
schaft trifft, nicht eine Begünstigung der Agrarier, sondern
eine ganz Objektive, der Allgemeinheit zugute kommende
wirtschaftliche Überlegung zugrunde, die nicht angestellt und
praktisch durchgeführt zu haben man der Regierung als
schweren Fehler anrechnen müßte. Denn man darf nicht
übersehen, daß die. an. landwirtschaftlichen Erzeugnissen
reichen großen Länder, wie Argentinien und Mexiko, uns
gegenüber den doppelten Vorteil haben, einerseits mit der
Entwickelung ihrer Industrie unsere Ausfuhr einzuschränken
und gleichzeitig durch die fast kostenlose Vermehrung ihrer
Anbauflächen für landwirtschaftliche Produktion den euro-
päischen Markt mit billigem Getreide zu überschwemmen.
Erst spätere Zeiten werden es lehren, wie weise und voraus-
schauend die Regierung war, indem sie an den Agrarzöllen
als an einem Mittel‘ zur Erhaltung der Landwirtschaft fest-
hielt. Die augenblickliche Zeit ist eine vorübergehende In-
dustrieepoche, die in der gleichen Nachhaltigkeit sich nicht
auf die Dauer fortsetzen kann. Die führenden Industrie-
länder werden allmählich von den anderen eingeholt, diese
werden ihren. Bedarf selbst erzeugen lernen und ihre Märkte
für die Einfuhr verschließen, so daß ein gewisser Ausgleich
stattfinden wird, der naturgemäß zum Schaden der jetzt die
Versorgung des Weltmarktes mit Industrieartikeln beherr-
schenden Länder ausfallen muß. Selbstredend wird ein voll-
kommener Ausgleich niemals eintreten können, denn die
Verschiedenheit in Güte und Leistungsfähigkeit der einzelnen
Industrien wird immer bestehen bleiben und daher die Über-
macht der für die Fabrikindustrie sowohl auf dem Gebiete
der Erfindungen, als der technischen Ausführung besonders
befähigten germanischen Rasse kaum zu brechen sein. Aber
die Ausfuhr dieser Länder wird. sich trotzdem erheblich ver-
ringern, und dementsprechend muß die einheimische land-
wirtschaftliche Produktion zunehmen, denn bei geringeren
Verkäufen an das Ausland und geringerer Geldeinfuhr haben
wir auch weniger Mittel, um die aus dem Auslande kommen-
den Nahrungsstoffe zu bezahlen. So lehrt eine Betrachtung
der industriellen Entwickelung der lateinisch- amerikanischen
Länder uns selbst einen Blick in die eigene Zukunft zu tun und
zu erkennen, welche Folgen dieser in der neuen Welt sich
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