Full text: Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges

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im Monat Mai mit 23 Mark in Strafe genommen. Der Orts 
älteste wurde mit 5 Mark bestraft, die anderen 6 Mann mit je 
3 Mark. Der Ortsälteste hat aber, wie dem Unterzeichneten 
bestimmt versichert wurde, an dem betreffenden Tage gar nicht 
mit Kohlen gehauen. 
Die Verwaltung sagt, mit diesem Gelde würden die Krieger 
srauen unterstützt. Die Arbeiteer haben aber, weil eben kein 
Ausschuß vorhanden ist, hierüber nicht die geringste Kontrolle. 
Der Wunsch der Arbeiter geht nun dahin, daß hier baldmög 
lichst Abhilfe geschaffen wird. 
Sollten von der Verwaltung der Zeche Werne, Schacht in, 
unsere Angaben bestritten werden, so erklären wir uns bereit, 
Zeugen zu nennen. 
Indem wir um wohlwollende Berücksichtigung der Wünsche 
der Arbeiter ersuchen, zeichnet 
mit hochachtungsvollem Glückauf! 
Der Vorstand des Verbandes der Bergarbeiter Deutschlands. 
Eine Antwort auf diese Eingabe ist nicht erfolgt. Am 29. 
Juli ist dann aber die Wahl von Sicherheitsmännern auf obiger 
Schachtanlage vorgenommen worden. Drei Tage später wurde 
die Arbeiterausschußwahl getätigt. Schacht III wurde aber nicht 
als selbständige Schachtanlage betrachtet, sondern der Schacht- 
anlage 1/11 zugeteilt. Hiergegen ist seitens der am 29. Juli ge 
wühlten Sicherheitsmänner Beschwerde beim Oberbergamt er 
hoben worden. Bei Drucklegung stand der Entscheid hierüber 
noch aus. 
Eingabe wegen schlechter Behandlung von Gefangenen. 
Bochum, den 14. Juni 1916. 
An das Königliche Oberbergamt Dortmund. 
Der ergebenst unterzeichnete Vorstand des Verbandes der 
Bergarbeiter Deutschlands gestattet sich, dem König!. Oberberg 
amt Dortmund folgendes zu unterbreiten: 
Auf Zeche Werne, Schacht III, in Rünthe hat der Steiger 
Schwoboda die dort beschäftigten Gefangenen in der Grube 
wiederholt mit einem Gummischlauch bearbeitet. 
Mitte Mai hat Schwoboda einen Gefangenen in der Grube 
derart mit der Grubenlampe traktiert, daß es der Lehrhauer 
Fritz Zeidler nicht mehr mit ansehen konnte. Selbiger ist dann 
dazwischen gesprungen, hat den Gefangenen zur Seite gerissen
	        
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