46 I. Abihnitt: Inhalt der SchuldverhHältnifie.
ne juriftifde Berfon im Falle des Art. 86, 88 ESG., Söffentlidh=rechtlidhe Beräußerungs*
gerbote, Wusfuhrverbot; al. u. a. ROS, Bd. 32 S. 133 die von einer Eijenbabn-
verwaltung übernommene Verpflichtung, Züge an beftimmten Stationen halten zu laylen,
aachträglich vorn der zuftändigen Behörde unterfagt); RÖC. im „Kecht“ 1908 I, Bl. 2136
Verbot gefchuldeter Arbeiten an einem Flußarme durch Verfügung des Regierungs“
oräftdenten auch dann fein vertretbarer Umfitand, menn der Schuldner
jelbfit die Anregung zu dem fadhlih begründeten Berbote gegeben Def
| ReinredhHtlidhes Gindernis bietet an ich bei obligatorifchen, auf die Befchaffung
eineS Gegenftandes gerichteten Berträgen (Bejchafungs-VBerträgen) 3. 5. beim Kaufvertrage
jer Umitand, daß der Schuldner zeitweilig nicht die rechtliche Sn über den Gegen“
Hand befißt, fofern mur Ddiejes Hindernis gehoben werden kann. ei @OattungsS-
(hu lden fommt hier zunächit S 279 in Betracht, wonach der Schuldner einer der Gattung
1a) beftimmten Seittung fein Unvermögen Leiftung auch dann zu vertreten hat, menn
om ein VBerfhulden nicht zur Laft fällt. Wie aber diejfer Paragraph (vgl. VBorbem. L 2, 2
3. 127 f.) mit Hückficht auf die Relativität des Unmöglichfeitsbegriffs einerfeitS einfhränkend
m8zulegen tft, To ift andrerfeitZ aus demfelben keineswegS per arg. a contrario zu folgern,
saß der Schuldner einer beitimmten Cinzelfjache unbedingt dadurch befreit merde, daß er
"ta das rechtliche Verfügungsrecht über diefe zeitweilig verliert. Ein Unvermögen zur
YZeiftung ift nämlich nur dann anzunehmen, wenn ein dauerndes3 Hindernis der Erfüllung
jefteht. Bol. Rıpr. d. DLG, Bd. 6 S. 226—227. Val. Bl. f. RA. 1907 S. 1112 (Stutt-
zart). NE In fann auch ein nur zeitweiliges Hindernis im Hinblick auf die Natur
and Zwed des konkreten Vertragsverhültnifies al3 ein dauerndes zu behandeln jein. Val.
ROES. Bd. 5 S. 279, Seuff. YUıch. Bd. 45 S. 282; in Kur. Wichr. 1889 S, 345, RGE.
Bd. 42 S. 114 f.; ROC. in Bl. f. NA. 1905 S. 87 f.; Vorbem. I, 2, a S. 128 f.
Natürlich wird von einem „Unvermögen“ des Schuldner3 dann nicht Meer
verden fönnen, wenn dasfelbe durch foldhe Ereigniffe gehoben werden kann, welche au3-
iohiieklid vom Willen des Schuldners abhängig find. Val. hiezu die lehr-
reihe 1.83 8 5 D. de v. o. 45, 1: si navem, quam spopondit, dominus dissolvit et
isdem tabulis compegerit, quia eadem navis esset, inciperet obligari, pro quo ef
llud dici posse Pedius scribit: si stipulatus fuero ex fundo centum amphoras vini,
exspectare debeo, donec nascatur; et si natum sine culpa promissoris consumptum
sit, rursus exspectare debeam, .donec iterum nascatur et dari possit: et per has
vices aut cessaturam aut valituram stipulationem. %, MM. Dertmann, 2. Aufl. S. 85.
Während der Dauer der zeitweifen Befreiung kommt jedoch der Schuldner nicht in
Berzug (f. $ 285). Im übrigen ift die Befchaffungsfchwierigleit fowohl bei einer Spezies
vie bei einer HE mit Rückjicht auf $ 242 und das Prinzip der Kraft“
EU unter Umjtänden als Unvermögen bzw. Unmöglichteit anzuerlennen. Bgl.
ROES. Bd. 65 S. 29; Jur. Wichr. 1907 S. 101 Ziff. 3. (Der Untervermieter haftet dem
le rmile len ne De das Eritehen des HaufeS hei der ZwangsSvollitredung ihm nicht
‚ugemutet werden kann), en
Unftreitig ift, daß bloße Zahlungsunfähigkeit den Schuldner nicht befreit; vgl.
unächft S 279; aber au hierüber hinaus ijt im Leijtungsverfpredhen die Nebernahme
ziner. @®arantie für Zahlungsfäbigfeit zu befinden, fo daß au Nichtbefhaffen einer
Spezie8 wegen bloßer a in der Megel zu vertreten fein dürfte. Bgal.
Bland Bem. 3, Tibe S. 92, Enneccerus S, 675.
Wegen der Unmöglichkeit in dem Halle, daß eine verkaufte Sache bereits
um Sigenhem des RKäufer3 fteht, vgl. RAOGES. in Gruchot8 Beitr. Bd. 48 S. 880 ff.,
Tibe S. 62. S auch Borbem. zum IM. AWblchnitt, V, 4 (coucursus CauUsarum
imerativarum) und Bem. V, 1, d zu $ 433.
4. Unmöglich ijt eine Leiftung endlig auch, wenn ihre Bewirkung nur unter Ver-
l(eßung höherer ttliher RPilichten möglich ijt. Bal. Planck Bem, 1 3u $ 275.
5. Dafür, daß auch primäre Unterlaffungen unter $ 275 fallen, vgl. Borbem. 1, 5.
„6. Die Unmöglichkeit bzw. das Unvermögen muß nach Entitehung des Schuld-
vberhältniffes eingetreten fein.
Bei CA ift dieS Itet8 der Zeitpunkt des Vertragsabfchluffes, aud wenn die
Reiftung felbft aufichiebend Dehingt oder befriftet it. Denn mit der Bedingung oder Be-
riftung ft nicht die Haftung jelbit, fondernm lediglich der Anfpruch die Schuld) auf“
gefOoben. Die Entgegenaeleble Anfidht Schollmeyer Bem. 2, b zu $ 275) würde zu dem
niderfinnigen Refultate führen, daß der bedingt TS at ftrenger als der unbedingt
OT Oel haftet. Bal. Bland Ben. 2 zu & 275, Ennecceru8 I 8 191 Anm. 1, Tibe
S. 54, Ri S. 27 ff.
7, Befreit wird der Schuldner durch die nachträglich eintretende Unmöglichkeit
3m. durch fein nachträglich eintretendes Unvermögen nur, wenn er den Umftand,
deifen Folge die Unmöglichkeit bzw. das Unvbermögen ijt, nicht zu vertreten hat.