Full text : Handbuch der vergleichenden Statistik der Völkerzustands- und Staatenkunde

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GROSSBRITANIEN  —  Land  und  Leute.

Wechsel  der  Volkszahl.  Aus  dem  vorigen  Jahrhunderte  und  von
früher  fehlen  genauere  Bevölkerungsberechnungen.  Der  Wirklichkeit
dürften  folgende  Schätzungen  und  Zusammenstellungen  Finlaison’s
nahe  kommen,  welche  England  und  Wales  umfassen:
Jahr.  Volkszahl.  Jahr.  Volkszahl.  Jahr.  Volkszahl.
1700:  5’134,000  1760:  6*480,000  1810:  10*407,000
1710:  5*066,000  1770:  7*228,000  1820:  11*957,000
1720:  5*345,000  1780:  7*815,000  1830:  13*840,000
1730:  5*688,000  1790:  8*540,000  1840:  15*907,000
1740:  5*830,000  1800:  9*187,000  1850:  17*923,000
1750  :  6*040,000
Die.  Volkszahl  Schottlands  wird  für  das  Jahr  1707  (Union)
auf  1,050,000,  für  1755  auf  1,265,000  berechnet.
Hinsichtlich  Irlands  sind  die  frühem  Angaben  widersprechend
und  durchaus  unzuverlässig.  Schätzungen  aus  den  Jahren  1672  und
1695  lauten  auf  etwas  über  1’300,000;  eine  Berechnung  von  1712
(von  Dobbs)  spricht  von  etwas  über  2  Millionen,  indess  eine  andere
von  1718  (von  demselben)  noch  nicht  1’200,000  ergibt,  und  eine  dritte
(nämliche  Quelle)  von  1725  mehr  als  2  Millionen  annimmt.  Steuerzählungen, ­
  bei  denen  aber  (sehr  unzuverlässig)  6  Bewohner  auf  jedes
Haus  angenommen  wurden,  ergaben  ;
1731:  2*010,221  1767:  2*554,276  1785:  2*845,932
1754:  2*372,634  1777:  2*690,556  1791:  4*206,612.
Auch  im  laufenden  Jalirhunderte,  bis  1821,  beruhten  die  Angaben
nicht  auf  regelmässigen  Zählungen,  sondern  nur  auf  mehr  oder  weniger ­
  unzuverlässigen  Schätzungen.  Nach  den  Berechnungen  des  Londoner ­
  statistischen  Bureau  betrug  die  Bevölkerung  Irlands  :
1805  :  5*395,456  1835:  7*927,989
1815:  6*142,972  1845:  8*344,142
1825:  7*172,748  1851  :  6*551,970.
Gewiss  eine  enorme,  in  der  neuern  Geschichte  beispiellose  Volksverminderung, ­
  von  1,792,172  in  6  Jahren,  durchschnittlich  also
von  fast  300,000  (298,695)  Menschen  in  jedem  Jahre.  Es  fand  im
eigentlichen  Sinne  eine  „Irische  Volkswanderung“  statt,  welche  in
Folge  der  eingetretenen  Erschöpfung  seitdem  bedeutend  nachgelassen,
welche  aber  eine  Umwandlung  in  den  gesammten  Volkszuständen  vorbereitet ­
  hat,  grösser,  als  die  einst  durch  Eroberung  unmittelbar  bewirkte. ­

Für  den  zehnjährigen  Zeitraum  von  1841  —  51  ergibt  sich  im
ganzen  (vereinigten)  Königreiche  eine  jährliche  Bevölkerungszunahme
von  0,32  Proz.,  und  zwar  in
England  .  1,13  %  dagegen  Verminderung
Wales  .  0,91  in  Irland  1,91  %
Schottland  0,87
Da  die  Volkszahl  in  Irland  noch  bis  1845  zugenommen,  so  dass
sich  die  Verluste  auf  die  letzten  Jahre  zusammendrängten,  so  müssen
dieselben  in  dieser  Epoche  jährlich  wol  3^/^  Proz.  überstiegen  haben.
(Vergl.  übrigens  die  Abtheilung:  „Soziale  Verhältnisse“,  zumal  die
Zahlen  nicht  genau  stimmen.)
            
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