7. Titel: Werkvertrag. SS 636-—638.
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Unter diefen Berhältniffen it im allgemeinen und foweit nicht S 638 zu be-
jonderen Bemerkungen Anlaß gibt, auf die Erbörterungen 3 8 477 zu
verweifen.
„ Z Gegenitand der kurzen Beriährung nah S 638 ijt nicht der allge
heine Leiltungsanfpru des Beiteller3: eS 1ind dies vielmehr nur Die befonderen
Uniprüche, die wegen beijtehender Mängel nah Maßgabe der 88 633 ff. dem
Beiteller gegeben ind.
a) Sierunter fallen alfo
=) der im S 633 begründete primätle AnipruG auf Mangel-
befeitigung, dann ,
3) die Jubjidiären Anfprüde auf Wandelung, Minderung
und Sch adenZerfaß, fowie fich diefe aus S$ 634, 635 ergeben; bin-
üOtlih & 635 SchadenzZerfjaß) und wegen der Sriaßaniprüche
3u8 pofitiver Bertragsverlegung vgl. im bejonderen noch
Bem. 6 zu 8 635, Zur. Wichr. 1906 S. 552, Recht 1906 S. 1259,
ROS. Bd. 62 S. 119, Bd. 64 S. 111, Bd. 66 S. 16, Bd. 71 S. 173,
Bayr. 3. f. N. 1908 S. 166 und unten Bem. c (Transportver-
träge); noch weitergehend ®anz, D. Sp 1909 S. 1434.
niprüche aus der vollzogenen Wandlung fallen nicht unter
S 638 (vgl. Dertmann Bem. 5). en
Ueber die Frage, wann fiH die Wandelung bei einem Werk
vertrage HE val. 8 465 mit Bem. und ROSE. in Sur. Wichr.
1908 S. 743, ROSE. Bd. 69 S. 385 (Kann fich der Unternehmer eines
Werkes gegenüber der Alage des BeitellerS, mit der die En
ziner auf den Werklohn geleiteten Anzahlung verlangt wird, au
die Kurze Verjährung aus S 638 berufen, wenn er vorher mit einer
Alage auf einen Teil des Werklohns vermöge der vom Befteller
erhobenen Wandelungseinrede rechtskräftig abgewiefen wurde ?).
b) Zür die gewöhnliche Qeiftungsflage, dann für die Erfaßklage aus 8 633
Ubi. 3, endlich für die den allgemeinen Rechtsnormen über Verzug oder
einem. bertragsmäßigen Iücktrittsrecht entipringenden AUnfprüche verbleibt
:8 bei den allgemeinen SeriährungsSbeftimmungen. Cbenjowenig wirb bie
Sinrede des nicht erfüllten Vertrags von diefer kurzen Verjährung betroffen.
YAus3 der Praxis vgl. ferner: | .
8) Auf den Nerjonenheförderungsvertrag einer Eijenbahn findet an
fich als Werkvertrag S 638 Anwendung, falls eine Schadenserfaßllage auf
die Borichriften des BOB. und nicht auf Se des DES geftüßt
mird, vgl. Sur. Widhr. 1905 S, 484 und l. f. RU. Bd. 71 S. 119, |. auch
Recht. 1905 S, 617.
3 fallen daher auch die Anfprüche auf Neifekoften bei einem
Sifenbahnunfalle G. . Rückerftattung des Fahrpreifes, der Erfaß der
Behrungsfoften am Un allatage 2C.) unter die AL Berjährung na
An I t aber Aniprüche aus Sacdhf{haden, 1. KOS. in Zur. fOr.
DD unterftehen Anfprücdhe au3Z einem Trans8sportvertrage
Sinfichtlich SHäden, die während des Transports erwachten und auf ein
pofttives Zumwiderhandeln gegen die durch den Abjchluß eines Trans-
portvertragS für den Unternehmer begründeten Pflichten zurüd-
yuführen find, nicht der kurzen Verjährung des S 638 jo ROGE. Bo. 62
S. 43 und S. 119, Bd. 64 S. 41, Bd. 66 S. 12, Sur. Wichr. 1907 S. 330
Verlegung eines Jahrgaftes bet einem Bufammenftoß auf der Eijenbahn)
‘mnter teilmeifem Yufgeben der in HYur. "MWichr. 1905 S. 484 aufgeftellten
Anjchauung) und Brückter, Recht 1908 S. 840, 841. Val. dagegen Kipr.
5. DLO. (Gamburg) Bd. 17 S. 428 (Diefe Kurze Verlährung tritt auch
dan ein, wenn der Schadenserfabanfpruch gleichzeitig auf eine UNET-
(aubte SandlungFahrläifigkeit) des Unternehmers geftüßi wird)
Hinfichtlich eines Schleppvbertrags ROGE. Bd. 62 S. 210
und Nipr. d. DLSG. (Gamburg) Bd. 11 S. 416, 3. 1909 S. 705.
Ueber Anwendbarkeit de8 S 638 auf immaterielle Werke val. Sur. Wichr.
1905 S. 484 ff. mb S, 502, 503, 1907 S. 3380, Mecht 1905 S. 500 und
S. 679, BL f. RA. Bd. 71 S. 119, ROSE. Bd. 66 S. 16.
bei 3, Lehteres gilt au von den allgemeinen DovanSlehungehG Befonder-
A und Wirkungen der Verjährung überhaupt, unbefchadet der in SE 638, 639
gebenen Sonderbeitimmungen. Diele beziehen fich in S 638
1)