Object: Nationale Bodenreform

daß der Bund nicht geneigt sei, Schrittmacherdienste für 
die Sozialdemokratie zu tun.*) 
Dr. Oertmann und Proferssor Büchner. 
s Dezember 1892 hat unser Vorsstandmitglied 
Dr. jur. et phil. Paul O er tm a n n in Conrads 
Jahrbüchern für Nationalökonomie und Statistik, dritte 
Folge Band III, eine vortreffliche Abhandlung über das 
Pfandrecht der Bauhandwerker veröffentlicht. Er hat 
darin den Gang der Bewegung ausführlich geschildert 
und hat gemeint, daß man einem System, anderen den 
Vortritt zu überlassen und selbst „nachzuklappen“, den 
Vorzug der Bequemlichkeit nicht streitig machen könne ~ 
für ein großes Kulturland sei es aber ungleich würdiger, 
sich die Pfade selbst zu ebnen, die zum sozialem Fortschritt 
führen (S. 99). 
Dr. Paul Ortmann hat in seiner Abhandlung die 
Grunödstückspekulanten Drohnen im Bienenstock der 
menschlichen Gesellschaft genannt (S. 277). Er müsse es 
als eine mit den tatsächlichen Verhältnissen in direktem 
Widerspruch stehende Behauptung zurückweisen, wenn die 
Gegner in unseren Vorsschlägen eine Schädigung der auf 
den Zinsgenuß als ihren Lebensunterhalt angewiesenen 
Bevölkerungklassen sehen wollten. Er gönne den auf 
Zinsgenuß angewiesenen Leuten gern ihre behäbige 
Existenz –~ nur könnten sie nicht verlangen, vom Gesetz 
auf Kosten tätiger und daher nützlicherer Bevölkerung- 
klassen bevorzugt zu werden (S. 280). 
Er sagte, es sei ein bezeichnendes, in mancher Be- 
ziehung beschämendes Zeichen der Zeit, daß das preußische 
Herrenhaus, die Vertretung der privilegierten Stände, 
am 31. Mai 1892 die Eingabe der Bodenreformer der 
Regierung zur Berücksichtigung überwiesen habe, wäh- 
MM gegrift Frei Land 1893 Nr. 15 u. 23. 
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