Im Gegensatz zu Interesse und Aufmerksamkeit enthält das V er-
antwortlichkeitsbewußtsein bereits eine ethische Ein-
Stellung. Das Gefühl der Verantwortlichkeit ist, ähnlich wie die ver-
Schiedenen Sinnes- und Geistesfähigkeiten, bei den einzelnen Menschen
verschieden entwickelt. Wie weit es von der Erziehung und Gewöhnung
abhängt, mag hier dahingestellt bleiben; Tatsache ist jedenfalls, daß
beide wesentlich dazu beitragen können. Bei der Arbeit kann nur dann
ein richtiges Verantwortlichkeitsgefühl auftreten, wenn der Mann seine
Aufgabe klar und deutlich versteht und die technischen Voraussetzungen
dazu beherrscht; jede Unklarheit erzeugt Unsicherheit und dadurch das
beeinträchtigende Gefühl, der Aufgabe nicht gewachsen zu sein.
; Zur Forderung der Klarheit gesellt sich deshalb weiter das Postulat,
Während des Anlernens nie rascher vorwärtszugehen, als die Auffas-
Sungsgabe und die Lernfähigkeit des Lehrlings es erlauben. Dies ist eine
der wichtigsten Forderungen der Pädagogik; nur wenig Neues auf ein-
mal und ständiges Ueben des bereits Verstandenen, ehe weiter darauf
aufgebaut wird, damit sich das Selbstvertrauen konstant mitentwik-
keln kann.
_ Dadurch werden günstige Vorbedingungen für die Entstehung des
Verantwortlichkeitsbewußtseins geschaffen. Die weitere Entwicklung
desselben und namentlich die Verbindung mit der gegebenen Aufgabe
Sind Sache des Instruierenden, der in rationeller Weise an die vorhande-
a Charaktergewöhnungen und Erwartungen des Einzelnen anknüpft,
arum ist es von Vorteil, wenn der Instruierende sich an Hand eines
ars hotechnischen Gutachtens zum voraus ein klares Bild von dem Kan-
ara machen kann. Der eine hat eine gut entwickelte‘ Gewissen-
ver )gkeit, auf welcher aufgebaut werden kann. Ein anderer ist weni-
Unr gewissenhaft gewöhnt, hat aber ein gutes‘ Herz und möchte nichts
ht tun. . Ein dritter denkt vor allem an sich selbst und ist für
Seine ST mente wenig empfindlich; bei ihm kann aber vielleicht an
lichken u. oder Ehrgeiz appelliert und so. auch eine Art Verantwort-
Siark OO NBtsein hervorgerufen werden, Wenn einer auch subjektiv
andern. zentrisch gerichtet ist, so kann sein Handeln doch zugleich auch
mit der zn kommen, und unter günstigen Umständen als Gewöhnung
w eit sogar auch innerlich umgestaltend wirken.
USSEtZ u der Mannigfaltigkeit dieser im Individuum liegenden Vor-
langen ungen, die von seiten des Instruierenden Anpassungsfähigheit ver-
Hänı ir es durchaus ‚nicht gleichgültig, wer mit der Instruktion be-
bung rk Der Instruierende muß von Natur aus eine gewisse Bega-
Bis zu r. rziehungsaufgaben und ein gutes Einfühlungsvermögen haben.
Wahur N gewissen Grade sollte er auch psychologisch eine Führer-
Hoch ap Wenn aber diese Fähigkeiten vorhanden sind, wenn er dazu
fällt es em nn die technische Seite des Berufes ganz beherrscht, so
s Psychologisch geschulten Psychotechniker relativ leicht, den
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