Full text : Zur Psychologie des Anlernens und Einübens im Wirtschaftsleben

aß Je nach den Fähigkeiten der Kandidaten nimmt der ganze Eines
 übungsvorgang einige Minuten bis einige Stunden in Anspruch, Diese
an Zeit hängt diesbezüglich vor allem auch vom vorhandenen Druckfeinrd
 B8efühl und vom Bewegungsfeingefühl ab, die bei guter Beschaffenheit
;»h den Erwerb exakter Gewöhnungen natürlich wesentlich erleichtern. Im
jt. Übrigen ist für die Erlangung auch die Konzentrationsfähigkeit, das
n, Gedächtnis und die vorhandene Gewöhnung zur Gründlichkeit von Wichze
 tigkeit.
io Bei den von unserer Methode abweichenden ausländischen Testn!
 Methoden zur Berufseignungsprüfung von Straßenbahnern ist häufig von
at «Korrelationen» die Rede. Darunter wird der Vergleich der Prüfteste
‚uw Mit den Resultaten der Praxis verstanden. Aus verschiedenen, andern-13
 Orts bereits dargelegten Gründen kann solchen Korrelationen nur eine
ie beschränkte Bedeutung beigemessen werden, da zahlreiche Fehlerqueln
 len keine zuverlässigen Vergleiche zu ziehen gestatten. Wesentlich
anders liegen die Verhältnisse bei unserer Lehrmethode. Sie ergibt tat-Sächlich
 eine interessante Verifikation der psychotechnischen Fähigkeitsprüfmethoden;
 denn die Kandidaten, bei denen die beiden oben er-Wähnten
 Fähigkeiten, das Druck- und das Bewegungsfeingefühl, gut ent-Wickelt
 sind, kommen bei richtiger Instruktion auch rasch zu ganz guten
Leistungen, und umgekehrt diejenigen, bei denen sie nur mittelmäßig
©Ntwickelt sind, werden sich auch beim Lernen nur langsam entwickeln
Und bringen es selten zu ebenso guten Leistungen wie diejenigen, die
von Natur aus begünstigter sind. In dieser Hinsicht besteht eine starke,
Positive Korrelation zwischen den Resultaten der Eignungsprüfung und
der Ausbildung, und diese ist auch einwandfrei nachweisbar.
‚An Hand der Ergebnisse der psychotechnischen Fähigkeitsprüfungen
'St der Instruierende auch bedeutend besser in der Lage, seine Kandidaten
 anzuleiten und richtig zu führen, als wenn er sie gewissermaßen
als Unbekannte Größen übernehmen muß, über deren angeborene Fähigkeiten
 und Charaktergewöhnungen ihm zunächst nichts bekannt ist.
lm dem besprochenen ersten Teil der Instruktion, dem «Vorwärtstio
 alten», erlernen die Kandidaten an der erwähnten, zweiten Instruk-N
 Nstafel das «Bremsen», zuerst ebenfalls das Verständnis für das richkürpe
 halten und nachher wiederum die Manipulationen an der Stromoch
 de zum elektrischen Bremsen nötig sind. Dazu kommt dann
die Betätigung des Fußhebels für die Sandstreuvorrichtung.
Han Gegensatz zum Anfahren des Wagens, das später alle Tage
Se von Malen vorkommt und sich weiterübt, ist das plötzliche
Ko Oppen» des Wagens in Gefahrsituationen ein relativ seltenes Vor-Tan
 nis Ein guter Wagenführer kann tagelang fahren, ohne in die
in Zu kommen, in voller Fahrt plötzlich anhalten zu müssen, um
©N drohenden Zusammenstoß zu vermeiden.

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