ermittelt worden ist, so kann nachgeprüft werden, bis zu welchem
Grade die Berufsbewegungen bereits automatisiert sind. Es ergibt sich
so ein interessanter Maßstab für die fortschreitende Automatisierung.
Nach unseren Erfahrungen sind zwar solche exakte Zeitmessungen
für die Erfordernisse der Praxis nicht das Dringlichste. Die gewöhnliche
Beobachtung des Kandidaten gibt bereits deutlichen Aufschluß über den
erreichten Grad des Einübens. Von größerem Interesse ist in erster
Linie die Frage des psychologisch richtigen Anlernens selber. In dieser
Hinsicht bieten jene «berufsähnlichen Tests» zu wenig Wertvolles, und
da wir sie auch für die Vornahme der Eignungsprüfung aus den dar-
gelegten Gründen als nicht zweckmäßig erachten, so erübrigt sich hier
ein weiteres Daraufeingehen.
Schlußfolgerungen.
In diesem II. Kapitel wurde versucht zu zeigen, wie wichtig. es ist,
auch beim Anlernen einer beruflichen Tätigkeit bei der Instruktion
möglichst vollständig all das zu berücksichtigen, das im Bewußtsein, in
der Psyche des Kandidaten sich abspielt.
Beim Anlernen kommt es wie überall in der Pädagogik auf die An-
wendung einfacher Grundgesetze an: der Unterricht muß anschaulich,
klar und leicht verständlich sein. Er muß systematisch vom Einfachen
zum Komplizierteren fortschreiten, und es darf erst dann ein Schritt
vorwärts getan werden, wenn das Vorhergehende in Fleisch und Blut
übergegangen ist.
Jedem sollte die Möglichkeit und der Eindruck gegeben werden
können, daß er an seinem Posten mit den ihm gegebenen Kräften dient.
Dann besteht die größte Aussicht, daß er auch willig leistet, was er ver-
mag, und in seiner Arbeit mehr Befriedigung findet, als unter irgend-
Welchen andern Umständen.
Il. KAPITEL
DIE BERUFSLEHRE IN EINER LEHRWERKSTÄTTE
Im Folgenden sollen die Verhältnisse beim Anlernen eines qualifi-
Zzierten Berufes und zwar am Beispiel der Ausbildung von Schlosser-
lehrlingen dargelegt werden. Für Holzarbeiten kommt man zu densel-
ben Ergebnissen wie für die Metallbranche. Das Prinzipielle wiederholt
Sich für verschiedene Berufe.
_ Im ersten Kapitel handelte es sich um die Ausbildung in Arbeiten,
die größere Genauigkeit und Feinheit der Hand- und Fingerbewegungen
Verlangen. Im zweiten Kapitel kamen Manipulationen und Handlungen
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