VORWORT.
Die in dieser Schrift behandelte «Aufgabe» des Anlernens ist so alt
wie das organisierte Zusammenarbeiten selbst. Eine wissenschaftliche
Durchdringung des Fragenkomplexes findet man allerdings bis heute
eigentlich nur für die Heranbildung der jungen Generation durch Beeinflussung
und Unterricht in den Schulen. Diese Wissenszweige sind als
Pädagogik und Didaktik bekannt. Die folgende Abhandlung beschränkt
sich auf das Studium des psychologisch richtigen Anlernens und Einübens
im Wirtschaftsleben. Sie geht aus von in praktischen Betriebeh
erprobten Verfahren.
Sie soll kein Leitfaden oder Taschenbuch sein, nach dessen Weisungen
der Betriebsmann durch Anwendung objektiv ähnlich scheinender
Verfahren die Frage des Anlernens und Einübens in seinem Betrieb
lösen könnte. Die Materie ist zu lebendig, als daß die äußerliche, objektive
Gliederung der Aufgabe mehr als ein Skelett sein könnte. Bestenfalls
bildet sie eine Voraussetzung neben anderen mehr persönlicher
Natur, die ermöglicht, an die Kernfrage: «Die Beeinflussung des Lehrlings
und seiner psychischen Einstellung zur Arbeit» mit psychologisch
fundierten Auffassungen und Methoden herantreten zu können.
Die ersten Untersuchungen, die in der Folge behandelt werden, sind
in den Jahren 1915 und 1916 von Prof. Dr. J. Suter in der Schuhfabrik
Bally in Schönenwerd gemacht worden; die entsprechenden Akten haben
dem Unterzeichneten in freundlicher Weise zur Verfügung. gestanden.!)
Im II. und III. Kapitel werden Arbeiten bei den städtischen Straßenbahnen
Zürich und in der Firma Gebrüder Bühler in Uzwil besprochen,
die in ständigem Kontakt mit dem Psychotechnischen Institut in Zürich
im Jahre 1926 vom Autor selbst durchgeführt wurden.
Es ist mir ein rechtes Bedürfnis, an dieser Stelle Herrn Prof. Dr.
Suter meinen warmen Dank auszusprechen für die Ueberlassung der in
die vorliegende Schrift aufgenommenen Ergebnisse seiner Untersuchungen
in der Schuhfabrik Bally und für die vielen wertvollen Anregungen,
mit denen er mich jederzeit in meiner Arbeit unterstützt hat.
Der Verfasser.
1) Die im I. Kapitel unter Anführungszeichen wiedergegebenen Stellen sind direkte Zitate aus denselben.
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