. QV7 -
An der restlosen Erfüllung ihrer Aufgaben ist die Landwirtschaft
gegenwärtig durch eine allgemeine Depression
behindert, deren Stärke verschieden ist, die aber eine große
Zahl von. Ländern berührt, von denen die Versorgung
der Welt mit Nahrungsmitteln und Rohstoffen abhängt.
Der wirtschaftliche Niedergang der Landwirtschaft
findet seinen Ausdruck in der Störung des Gleichgewichtes
FULL t Iss te we hee
daß in einer großen Zahl von Ländern die Landwirte füc
Crir§ahitung ntehr erhalten Hie flehte wirsshaftich:
Lage ist in vielen Ländern noch verschlimmert worden
durch die Schwierigkeit, Kredite zu normalen Bedingungen
zu erlangen, und durch die starke Steigerung der öffentlichen
Lasten. Dies hat zu einer Schwächung der Kaufkraft
der Landwirte geführt, ohne daß den Verbrauchern
deshalb immer eine Senkung der Nahrungsmittelpreise
zugute gekommen wäre.
Die Verminderung der Kaufkraft der landwirtschaftlichen
Bevölkerung hat eine Rückwirkung auf die industrielle
Erzeugung ausgeübt und ist infolgedessen eine
der Ursachen der Arbeitslosigkeit, die ihrerseits wiederum
den Absatz der landwirtschaftlichen Erzeugnisse verringert.
Wenn nicht zweckdienliche Maßnahmen zur Wiederherstellung
des richtigen Preisverhältnisses ergriffen
werden, ist zu befürchten, daß es früher oder später zu
einemRückgang der landwirtschaftlichen Erzeugung kommt,
der das Wohl der gesamten Menschheit beeinträchtigt.
Es gibt indessen andererseits technische Mittel, welche
die landwirtschaftliche Erzeugung beträchtlich zu steigern
vermögen. Es gilt sie zu gebrauchen. Ihre allgemeine
Anwendung würde von den günstigsten Folgen
für die Wohlfahrt und den Wirtsschaftsfrieden der
Welt bealeitet sein.
II. Allgemeine Entschließungen
1. Die Konferenz betrachtet es daher als eine Lebensfrage
auf wirtschaftlichem Gebiete, die landwirtschaftliche
Erzeugung zu steigern und die Landwirtschaft zu diesem
Zwecke mit der Industrie gleichzustellen, so daß sie allen,
die in der Landwirtschaft tätig sind, eine befriedigende
Lebenshaltung und eine normale Entschädigung für ihre
Arbeit und ihre Kapitalien gewährt.
Es ist wichtig, die öffentliche Meinung über diese Notwendigkeit
aufzuklären, da sie die wahre Lage der Landwirtschaft
nicht immer genügend berücksichtigt und diese
zu oft als einen Erwerbszweia von unteraeordneter
Bedeutung ansieht.
2. Die Besserung der wirtschaftlichen Lage der Landwirtschaft
muß in erster Linie das Werk der Landwirte
selbst sein. Die allgemeine Anwendung des technischen
Jortschritts, die wissenschaftliche Organisation der Bodenproduktion
und der Tierzucht, der Bekämpfung von
Pflanzensschädlingen und Tierkrankheiten, des Absatzes,
der Standardisierung der landwirtschaftlichen Produkte
im Interesse der Erzeuger wie der Verbraucher, der
Untersuchung der Marktverhältnisse, der Ausbau des
Kredit- und Versicherungswesens werden die Landwirte
befähigen, ihre Erzeugungskossten im eigenen Interesse
und zum Nutzen der Verbraucher zu vermindern.
h