Full text: Die Social-Demokratie

Lokalblätter. 
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socialistisch gerichteter Kreise heranzuziehen. In solchem Falle 
begnügt man sich, wie z. B. die in Stuttgart erscheinende 
„süddeutsche Volks-Zeitung", mit dem allgemeinen Titel: 
„Organ für das arbeitende Volk", und colportirt unter 
bleser Firma, welche die Parteifärbung absichtlich nicht erkennen 
läßt, die Weisheit des Socialismus. So weiß man es zu 
ermöglichen, daß bei der durch den Stuttgarter Preßverein 
erfolgten Herausgabe der „Süddeutschen Volks-Zeitung" 
außer Mitgliedern der beiden socialistischen Fractioneu auch 
keiner Parteistellung angehörende Arbeiter sich betheiligen 
können, und daß sowohl der liberale Stuttgarter Arbeiter- 
bildungsverein, wie die social-demokratische Partei jenes 
„Organ für das arbeitende Volk" für ihre Vereins- 
anzeigen benutzen. Ein solches principloses Vermischen 
und Zusammenwirken schlägt natürlich allemal zum Vor- 
theil der radicalen Elemente aus, wie ja die „Süd 
deutsche Volks-Zeitung" thatsächlich ausschließlich den Socialis- 
nius predigt. Die Social-Demokratie läßt es sich gefallen, 
daß Glieder der von ihr bekämpften Partei mit ihr an 
eincnl Strange ziehen, desicn rothe Farbe sie nur leicht ver 
hüllt hat, und beweist damit ihre Geschicklichkeit, Andere zu 
üpiren, wenn sie für sich neue Waffen schmieden will, hierzu 
a r im eigenen Lager nicht genug Eisen vorfindet. Die 
heilnahnic von Nichi.Socialisten an der Herausgabe eines 
socialistischen Blattes läßt uns erkennen, ein wie starkes Be 
dürfniß vorhanden ist, den Interessen der Arbeiterwelt auch 
in der Presse eine ausreichende Vertretung zu schaffen, was 
g^wiß die Förderung und Unterstützung eines jeden Arbeiter- 
freundes verdient; sodann aber auch, wie wenig ein großer 
^Heilder Arbeiterwelt im Stande ist, die Geister zu prüfen, die ihm 
eine Wahrungnnd Förderung derJntereffen der Arbeiter in Aus 
sicht stellen und welche Begriffsverwirrung bei der Beurtheilung
	        
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