Full text: Völkerbund, Die Weltwirtschaftskonferenz

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IV. Indirekte Mittel zum Schutz des nationalen 
Handels und der nationalen Schiffahrt 
Die Probleme, die hierher gehören, haben zwar 
weniger unmittelbaren Einfluß auf die Entwicklung 
des Handels als die Frage der Ein- und Ausfuhr- 
verbote oder die der Jolltarife, aber sie sind dennoch 
von erheblicher Wichtigkeit. Ihre Lösung in der von 
der Konferenz gewünschten Richtung würde die Arbeiten 
auf anderen Gebieten erheblich unterstützen. 
In diesem Teile ihrer Arbeit hatte die Konferenz sich 
mit der Frage der direkten und indirekten Handels- 
subsidien, mit der Frage des Dumping und der 
Anti-Dumping-Gesetzgebung auseinanderzuseten. Sie sah 
sich jedoch dabei einer solchen Vielheit verschiedener Mei- 
nungen gegenüber, die mit so vielen verschiedenen Beweis- 
gründen gestütt wurden, daß sie sich damit begnügen 
mußte, die öffentliche Meinung über die wahre Natur 
und die unvermeidlichen Folgen solcher Gebarungen und 
Maßnahmen aufzuklären. 
1. Direkte und indirekte Subsidien 
Während der Nachkriegsjahre wuchsen die Zollschranken 
in vielen Ländern immer höher, und zugleich zeigte sich 
eine wachsende Tendenz zur Einführung staatlicher Sub- 
sidien. Dies geschah insbesondere auf indirektem Wege 
durch die Gewährung von Krediten oder Sicherheiten, 
die darauf hinzielten, angesichts der in der ganzen 
Welt herrschenden abnormen Wirtschaftsverhältnisse die 
heimischen Industrien und ihren Ausfuhrhandel für 
längere oder kürzere Zeit zu stützen. 
Die Tatsache, daß unter gewissen Umsständen Subsidien 
weniger in die Handelsfreiheit einzugreifen scheinen als 
Zolltarife, ändert nichts an der Notwendigkeit, auf die 
verborgenen Gefahren hinzuweisen, die in diesen Mitteln 
zur Förderung der Produktion und der Ausfuhr liegen. 
Je mehr Länder derartige Wege gehen, um so schwieriger 
ist es für die übrigen Länder, ihrem Beispiele nicht zu 
folgen. So bedeuten die Subsidien ein wirkliches Hinder- 
nis für den Versuch, den Außenhandel zu normalen Ver- 
hältnisssen zurückzuführen. 
Die Konferenz macht die verschiedenen Regierungen 
auf die wahre Natur direkter und indirekter Subsidien 
aufmerksam; sie sind nur ein Scheinmittel, und die Kon- 
ferenz hofft, daß die Regierungen, soweit möglich, davon 
Abstand nehmen werden. 
2. Dumping und Anti-Dumping-Gesetzgebung 
Die Konferenz erkennt an, daß die Frage des Dumping 
für die Länder mit großzügiger Tarifpolitik von beson- 
derer Bedeutung ist und legt Wert auf die Tatsache, daß 
der Verbraucher zwar durch Dumping gewisse vorüber- 
gehende Preisvorteile haben kann, daß aber ohne jeden 
Iweifel das Dumping in Produktion und Handel einen 
Zustand der Unsicherheit schafft und deshalb einen schäd- 
ichen Einfluß ausüben kann, der zu dem zeitweiligen 
Vorteile der billigen Einfuhr in gar keinem Verhältnisse 
steht. 
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