Full text: Urzeit und Mittelalter (Abt. 1)

Kirche und Reich in der ersten Hälfte des elften Jahrhunderts. 807 
sie brachten zusammen die Absetzung der drei Päpste. Neu 
gewählt ward unter dem bestimmenden Einfluß Heinrichs der 
Bischof Swidger von Bamberg: als Clemens II. bestieg er 
den päpstlichen Stuhl und setzte auf Weihnacht dem siegreichen 
König und seiner Gemahlin die kaiserlichen Kronen aufs Haupt. 
Es waren Erfolge, die bei der Zurückhaltung Heinrichs in allen 
Dingen der kirchlichen Verwaltung auch die Reformpartei vollauf 
befriedigten. Ja selbst die Römer waren beglückt, denn Hein— 
rich hatte sie vermocht, ihm mit der Würde eines Patricius 
nicht allein die erste, sondern auch die entscheidende Stimme bei 
künftigen Papstwahlen (principatum in electione) zu übertragen. 
Rach den römischen Dingen galt es, die unteritalienischen 
zu ordnen. Hier hatte sich die Lage seit Heinrichs Thron— 
besteigung ohne irgendwelches Eingreifen des Reiches allein aus 
jenen Keimen der Normannenmacht heraus entwickelt, die 
Konrad II. in den lockeren Boden der langobardischen Fürsten— 
tümer gesenkt hatte. Gelegentlich kleiner Streitigkeiten zwischen 
Griechen und Normannen war es zum Kampfe beider Mächte 
gekommen; am 3. September 1041 waren angeblich 10000 
Griechen von 700 Normannen bei Monte Peloso geschlagen 
worden; ganz Apulien war in den Händen der Sieger. 
Nun gelangte diese normannische Eroberung allerdings 
nominell noch an den Fursten Waimar von Salerno, den Lehns— 
herrn der normannischen Sendlinge; er hat den Titel eines 
Herzogs von Apulien und Kalabrien angenommen. Allein schon 
war vorauszusehen, daß die Normannen sich dieser Oberhoheit 
entziehen würden. Eigenartig aber war, daß Kaiser Heinrich 
ihnen hierin Vorschub leistete. Er hielt es für richtig, die 
immerhin noch bedeutende Macht Waimars zu zertrümmern 
und die Normannengrafen Rodulf von Aversa und Drogo von 
Apulien unmittelbar von Reichswegen zu belehnen. Es war 
bei dem geringen Einflusse des Reiches in diesen südlichen Ge— 
bieten die Erklärung einer bis dahin unerhörten Selbständigkeit 
der normannischen Entwicklung; bald sollte sie dem Papsttume 
zu Gute kommen. 
Heinrich erreichte im Vollfrühling des Jahres 1047 von 
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