fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Amradgummi 
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Anakardien 
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zwei Stückchen Seidenpapier eingeklebt sind. 
(Transport siehe Knallerbsen.) A. mit mehr als 
7,5 g Sprengmischung auf rooo Plättchen dür 
fen als Spielwaren nicht in den Verkehr ge 
bracht werden. 
Amradgummi, ein als Ersatz für Gummi 
arabikum neuerdings viel verwendetes indisches 
Gummi. 
Amygdalin (lat. Amygdalinum), ein zu den 
Glykosiden gehöriger Bitterstoff, Bestandteil der 
bitteren Mandeln, der Pfirsichkerne und einiger 
ähnlicher Samen, wird gewöhnlich aus den durch 
Pressen vom fetten Öl befreiten bitteren Man 
deln durch Extraktion mit heißem Alkohol in 
Menge von ungefähr 3 o/ 0 hergestellt. Das riur 
selten im Chemikalienhandel vorkommende A. 
besteht aus einer weißen, feinkristallinischen, 
geruchlosen Masse von bitterem Geschmack, die 
bei Gegenwart von Wasser durch Einwirkung 
des sowohl in bitteren, als auch in süßen Man 
deln enthaltenen Emulsins, eines Enzyms, zer 
setzt wird und hierbei Zucker, Bittermandelöl 
und Blausäure liefert. 
Amyläther, richtiger Amylester, nennt man 
Verbindungen des Amylalkohols mit Säuren, 
welche wiegen ihres angenehmen, Geruches als 
Fruchtäther Verwendung finden. Essigsäure 
amylester (Amylazetat, s. d.) riecht nach Birnen, 
Buttersäure-A. (s. d.) nach Ananas, Valerian- 
säure-A. (s. Baldrian-A.) nach Äpfeln. — Der 
eigentliche Amyläther .(Amyloxyd), (C,H u ) ä O, 
der durch Erhitzen von Amylalkohol mit Schwe 
felsäure als eine birnenartig riechende : Flüssig 
keit vom Siedepunkte 173 0 gewonnen wird, fin 
det als Lösungs- und Extraktionsmittel für Fette, 
Lacke, Alkaloide usw. technische Verwendung. 
Amylalkohol (Amyloxydhydrat, Mylalko- 
hol, Pentylalkohol, lat. Amyloxydum hydra- 
tum, Alkohol amylicus, frz. Alcool amylique, 
engl. Amylic alcohol), ein Alkohol von der For 
mel C 6 H u . OH, bildet den Hauptbestandteil des 
Kartoffelfuselöls und findet sich auch in 
einigen anderen Fuselölen. Dieser sog. Gä- 
rungs-A. bildet in reinem Zustande eine farb 
lose, wasserhelle, unangenehm fuselartig rie 
chende, zum Husten reizende Flüssigkeit von 
öliger Konsistenz, dem spez. Gew. 0,815 und 
dem Siedepunkte 131°. Mit Wasser mischt er 
sich nicht, löst sich aber leicht in Alkohol so 
wie auch in Äther und ist brennbar. Außer die 
sem, dem Iso-Amylalkohol, kennt man noch 
sechs andere isomere A., die aber nicht im Han 
del Vorkommen und nur theoretisches Interesse 
haben. Verwendung findet der A. fast nur zur 
Herstellung der Amyläther (s.d.) und der künst 
lichen Valeriansäure, jedoch wird hierzu meist 
nicht der chemisch reine A., sondern das rek 
tifizierte Kartoffelfuselöl benutzt. Der A. wirkt 
giftig- 
Amylazetat (lat. Amylium aceticum, frz. Ace 
tate amylique, engl. Amyl Acetate), der Essig 
ester des Gärungsamylalkohols, C, H u . C 4 H 3 O s , 
ist eine farblose, obstartig riechende, zum 
Husten reizende Flüssigkeit vom spez. Gew. 
0,875 und einem S- p - von 138°. Es findet als 
Birnöl, Pear oil, Anwendung zum Parfümie 
ren von Nahrungsmitteln und dient in der 
Photometrie zur Füllung der Vergleichslampen 
von bestimmter Lichtstärke (s. Zaponlack). 
Amylen (Pentylen, Valoren, lat. Amyle- 
num), ein Kohlenwasserstoff von der Formel 
C 5 H 10 , wird aus Amylalkohol durch Destilla 
tion mit Chlorzink dargestellt und ist eine farb 
lose, wasserhelle, bei 39 0 C siedende Flüssig 
keit vom spez. Gew. 0,650 und eigentümlichem 
betäubenden Geruch. Das A. wurde unter dem 
Namen Pental eine Zeitlang als Anästheticum 
an Stelle des Chloroforms angewandt, scheint 
jetzt aber wegen seiner Gefährlichkeit ganz 
außer Gebrauch gekommen zu sein. 
Amylenhydrat (DimethyläthylkarbinoI,lat 
Amylenum hydratum, frz. Hydrate d’amylfene, 
engl. Amylen Hydrate). Dieses als Hypnotikum 
empfohlene Präparat ist als ein tertiärer Amyl 
alkohol zu betrachten, der durch Behandlung 
von Amylen mit einer Mischung gleicher Teile 
Schwefelsäure und Wasser bei o° hergestellt 
wird. Die farblose, ölige Flüssigkeit vom spez. 
Gew. 0,810 besitzt einen durchdringenden Ge 
ruch nach Kampfer und Pfefferminzöl, siedet 
bei 102® und erstarrt beim Abkühlen auf 
—12,5° zu weißen, nadeiförmigen Kristallen, 
welche bei —12,0° schmelzen. Das A. muß 
ganz frei von jeder Spur des gewöhnlichen 
Amylalkohols sein, was man daran erkennt, daß 
beim Behandeln mit Kaliumchromat und ver-, 
dünnter Schwefelsäure keine Grünfärbung ein- 
tritt. Mit Alkohol ist A. in jedem Verhältnisse 
mischbar, braucht aber vom Wasser etwa 12 Teile 
zur Lösung. 
Amylnitrit (lat. Amylium nitrosum, frz. Ni 
trite amylique, engl. Amyl Nitrite), der Sal 
petrigsäureester des Amylalkohols, entsteht beim 
Durchleiten von Salpetrigsäuredämpfen durch 
Amylalkohol als eine klare, gelbliche Flüssig 
keit von fruchtartigem Geruch. Es ist unlöslich 
in Wasser, mischbar mit Alkohol, Äther, Chloro 
form und Benzin. Spez. Gew. 0,870—0,880; S.P. 
97—99 °. A. wird zum Einatmen gegen Asthma, 
Kopfschmerzen, Epilepsie verordnet, darf aber 
nur mit Vorsicht angewandt werden. 
Anämin, ein Eisenpepsinsaccharat der Firma 
P. Liebe in Dresden, wird wegen seines hohen 
Eisengehaltes von 0,200/0 und seiner verdauungs- j 
befördernden Wirkung bei Blutarmut, Bleich 
sucht und Magenleiden verordnet. 
Anästhol und Anästhyl, Mischungen von Me 
thyl- und Äthylchlorid, welche in der Zahnheil 
kunde als Anästhetika benutzt werden. 
Anakardien (Elefantenläuse, Akajou- 
nüsse, lat. Anacardia, frz. Noix d’Acajou, engl. 
Castew-nut). Man unterscheidet zwei Arten von 
A., welche von verschiedenen, zur Familie der 
Anakardiazeen gehörigen Bäumen abstam 
men und als ostindische und westindische A. 
unterschieden werden. 1. Die ost indischen A. 
oder Malakkanüsse (lat. Anacardia orien- 
talia) von Semecarpus anacardium, haben 
eine herzförmige, auf beiden Seiten flach zu 
sammengedrückte Gestalt, eine dunkelbraun 
schwarze platte Schale und enthalten zwischen 
dem, öligen Kerne und der Schale einen ätzend • 
scharfen Saft, der im frischen Zustande farblos, 
milchartig ist, später aber verdickt und schwarz 
wird. 2. Die westindischen A. (lat. Anacardia 
occidentalia) kommen aus Westindien und Süd 
amerika und stammen von dem jetzt auch nach 
Ostindien verpflanzten Baume Anacardium
	        
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