in den Niederlanden, als nach Beendigung des Kongresses der Kurfürst
von Brandenburg im Haag anregte, die Generalstaaten möchten
mit ihm in der Herabsetzung der Zölle und der Vertiefung des
Fahrwassers gemeinsame Sache machen. Schon 1696 hatte Brandenburg
die Generalstaaten an die Vertiefung der versandeten Ijssel
erinnern lassen!). Andererseits erwies sich auch die preußische Regierung
keineswegs sehr verkehrsfreundlich, wenn sie einen Viehlizent
einführte, der sich gegen den niederländischen Viehhandel
und das Fettfüttern von holländischem Vieh auf clevischen Weiden
richtete?).
In den Niederlanden war man auch weiterhin, wenngleich
die Konkurrenz der Hansestädte vorübergehend eine Milderung der
Rheinabgaben empfehlenswert erscheinen ließ, doch einer allgemeinen
freieren Gestaltung der Rheinschiffahrt durchaus abgeneigt.
So erhöhten 1736 die Staaten von Gelderland rücksichtslos ihre
Rheinzölle, indem sie sie um 8000 fl. höher, d. h. zu 51 000 fl., verpachteten,
so daß von einem Holzfloß nun 495 fl. statt 190 erhoben
wurden‘). Den fremden Schiflfahrtsverkehr auidem
Niederrhein suchte man nach Möglichkeit zu unterdrücken. Nur
in Kriegszeiten sah man sich wiederholt in der Notwendigkeit,
fremde Schiffe auch auf dem niederländischen Rhein zu dulden.
Wir bemerkten das schon in der Anfangszeit der niederländischen Republik.
Von Interesse war hierbei namentlich der Verkehr Wesels
mit den Niederlanden. Diese clevische Stadt hatte im 16. Jahrhundert
eine sehr starke niederländische Einwanderung gesehen,
sowohl aus den wallonischen und flamischen, wie auch den holländischen
und geldrischen Gebieten; ihre Industrie und ihr Handel
war dadurch in Blüte gekommen*). Bereits 1559 hatte die Stadt
eine regelmäßige Schiffahrtsverbindung mit Nymwegen®). Zweifellos
war das nicht nur ein reiner Ortsverkehr, sondern die Verbindung
diente dem höheren Zweck des Handelsaustausches zwischen dem
7) Kachel, 1, S. 482
2) Rachel, II, ı, S. 98. Über das Bestreben der Generalstaaten, das
Fettfüttern im eigenen Lande zu befördern (1688) vgl. Reens, S. 20.
3 Rachel, ll, 1, S.199;
*) Vgl. Sarmenhaus, Niederländische Religionsflüchtlinge.
5) Müncker, S. ı5, 19; auch für das Folgende; vgl. auch über die Bedeutung
Wesels im Handelsverkehr mit den Niederlanden Kuske, Handel und
Handelspolitik am Niederrhein, S. 315 ff.
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