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wurde der Einfuhrzoll auf Butter und Käse auf nicht weniger als
25% vom Wert erhöht, die Ausfuhrabgaben 1691 erheblich herabgesetzt,
ebenso 1671 eine Einfuhrabgabe von 25% auf Speck,
Schinken und Fleisch, 1686 eine solche von 20 fl. per Stück auf
Rindvieh gelegt!). Der Handel mit allen landwirtschaftlichen Erzeugnissen
ist in den überwiegend Viehzucht treibenden Provinzen
bis Anfang des 19. Jahrhunderts einer der wichtigsten Handelszweige
der Niederlande gewesen, an ihn schloß sich an der Handel
mit ausländischer Butter und ausländischem (französischem und
schweizerischem) Käse?). Denn darin bestand die Eigentümlichkeit
dieser landwirtschaftlichen Produktion, daß sie nicht nur den
Handel mit den eigenen Erzeugnissen schuf, sondern in natürlicher
Fortsetzung auch den Handel mit den gleichartigen Produkten
der Konkurrenzländer beförderte. Der Höhe dieser Produktion
entsprach die Größe des Viehstandes; er betrug Ende
1799: 902 526 Rinder; allein auf Holland entfielen 261 028, auf
Friesland 148 9683).
Aufderanderen Seite finden wir um diese
Zeit nirgends einen überwiegenden Ackerbau.
In den reichen Gebieten Hollands war das Leben zu teuer für den
hohe Löhne nicht abwerfenden Ackerbau; und nur für besondere
Kulturen, wie z. B. Krapp, Tabak usw., bezahlte sich die Bodenbebauung.
Auch in den übrigen, östlichen Ländereien übertraf
die Vieh- und Pferdezucht den Ackerbau, der kaum über den
eigenen Bedarf hinaus getrieben wurde; nur in Friesland,
Groningen, Seeland fiel ihm eine größere Rolle im Wirtschaftsleben
zu.
Im allgemeinen waren die ländlichen und bäuerlichen Verhältnisse
im 17. und 18. Jahrhundert überaus einfach. Wenn man
absieht von einem Teil der holländischen Bauern in der Nähe der
großen Städte, so war die Lebenshaltung und Bildung
der Bauern noch ebenso primitiv wie dieArt,
mit der sie das Land bestellten, das Vieh behandelten,
die Lebensmittel zubereiteten, das Getreide mahlten, ihre
ı) Verviers, S. 117£
2? De Koopman, I, 217ff. Nach Temple (1667) verbrauchten die
Holländer viel irische Butter (Pierson, S. 110).
3) Blink, II, 85; nach Metelerkamp., I, 76: rund 900 000.
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