maschke ist auch nicht von jener Eigenschaft frei, von der
Fürst Bismarck gesagt hat, daß sie eine Hypothek sei, die
von der Leistungfähigkeit des Mannes, auf dem sie lastet,
in Abzug gebracht werden muß. Jn der von ihm geleite-
ten Bundeszeitschrisst wird seine Person in einer Weise in
den Vordergrund gestellt, die früher bei uns nicht üblich
gewesen ist. Seine Bücher werden unablässig empfohlen,
als Programmschrift, als Hauptwerke der deutschen Bo-
denreform, als billigste Werke auf dem Gebiete der volks-
wirtschaftlichen und staatsbürgerlichen Erziehung, als
Weihnachtgeschenk, als Belohnung für das anwerben von
Mitgliedern. Sein Bild wird als Wandschmuck empfoh-
len. Jede Ehrung wird öffentlich bekannt gegeben. Ein-
zelne Nummern der Bundeszeitschrift haben kaum noch
für anderes Raum gehabt. über seine Lebenserinnerun-
gen werden lobende Besprechungen abgedruckt. Am
Schlusse wird zum Kauf aufgefordert. Ist das noch Bo-
denreform? Zu seinem 60. Geburttage sind die Bundes-
mitglieder im Oktober 1925 vom Geschäftausschuß aufge-
fordert worden, überall Damaschke f ei e rn zu veran-
lassen. Auch in den Schulen vor den Schülern (!) und
in den Kirchen. (1) Für alle Zeitungen sollten Aufsätze
aus seinem Leben geschrieben werden. Klischees mit
seinem Bilde würden zu den Selbstkosten geliefert. Die
Magistrate der Orte mit Heimsstättensiedlungen sollten
Straßen nach ihm benennen. Es sollten Damaschkebäume
(!) gepflanzt werden u. a. m. Die Ergebnisse dieser Auf-
forderung werden dann in der Bundeszeitschrift ver-
öffentlicht. Darf man sich da wundern, daß die Kommu-
nisten von einem Damaschke-Rummel gesprochen haben,
und ist es nötig gewesen, den Bund ssolchen Angriffen
auszusetzen? Der Wunsch, daß man zu den einfachen Ge-
wohnheiten von früher zurückkehren ' möge, dürfte da am
Platze sein.
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