1. Titel: Verpfligtung zur Leiftung. Borbemerkungen 3. d. 38 275—282, 8275. 145
anderfeit® aber au dur den casus, der die Sache betroffen, bedingt, und aljo eine
abäguate Folge des die Unmöglichkeit hegründenden Umftandes, Val. dazu Borbem, zu
88 249 ##. III, 3 S, 46 ff. oben. Das Nähere val. in den Bem. zu & 281.
$ 2756,*)
Der Schuldner wird von der Verpflihtung zur Leiftung frei, Joweit die
Seiftung in Folge eine8 nach der Entftehung des Schuldverhältniffes eintretenden
Umitandes, den er nicht zu vertreten Hat, unmöglich wird, .
Einer nach der Entftehung des Schuldverhältnifje8 eintretenden Unmög-
lichtfeit {teht das nachträglich eintretende Unvermögen des Schuldners zur
Seiltung gleich.
€. I, 237; II, 282, 235 Saß 1; III, 269. u ä 5 )
I. Grundgedanke: Einfluß FajfueNler Unmöglichkeit (unvertretbarer Umitände
auf beitebende See bTE Der $ 275 bezweckt Sen Einfluß von a
3 regeln, welche die Leiftung des Schuldner nachträglich unmöglich madjen. Der Begriff
eineS foldhen Ereignifjes deckt fich im wefjentlidhen mit dem gemeinrechtlidhen Begriffe des
Casus (damna postea incidentia, I. 30 85 D. ad, leg. Falcidiam 35, 1); casus, Zufall
im juriftiichen Sfüne ift eben nicht8 anderes alS „ein Umftand, den der Schuldner m
& vertreten hat“, cause Etrangere im Sinne des C. c. 1147. Val. Kublenbeck, Bon d,
and. & BOS. U S, 69 ff. , De .
er Paragraph beichränkt fidh aber darauf zunädhft die aNlgemeinfte Wirkung eines
Casus, welcher die Leiftung unmöglich macht, Feftzurtellen: die Regelung der Frage, welchen
Einfluß ein casus anf die Gegenleiftung bei gegenfeitigen Verträgen hat die Regelung
der Gefahr) wird generell in den SS 323, 324, fodann für einzelne Vertragstypen befonders
im {peziellen Teil nachgeholt (SS 552 [Sachmiete], 615 [Dienfimiete)], 644, 645 [Werkvertrag],
446, 447 [Rauf). Die nächte Wirkung eineS casıs, welcher Die Leiftung unmöglich macht,
it Befreiung des Schuldners von feiner Verpflidhtung. Dieje Befreiung tritt ipso jure
ein. €3 ift ungeachtet der Beltimmung des 8 282 (Umkehr der Beweislaft) falich, die Be-
zufung auf $ 275 al8 eine Einrede aufzufaljen. Bol. Morbem. I, 6, c, S. 135, VI, S. 145.
II. VBorausfegungen der Befreiung von der Leijtungspflicht :
‚A. Unerheblio für die Anwendung des S 275 it die Unter{dheidung
zwildhen pbde bilder und fubjekftiver Unmöglichkeit, En und Un-
bermögen, Ffraft ausdrücklicher Gleichftellung des Ieberen mit eriterer in Abi. 2. Val.
Vorbem. 1, 2 S. 1277.
3. Unerheblich it ferner, ob die Unmöglichkeit bzw. das Unvermögen
auf rein tatfjädlihen Oründen A (faftifche VE
oder auf Gründen rechtlidher Natur Guriftilche Unmöglichkeit). Eine faktifche
Unmöglichfeit it in dem oben Vorbem. I, 1 dargelegtem Sinne nad dem Prinzip
der Rraftanftrengung mit Rückfiht auf Treu und Glauben, mit Nückficht auf die Verkehrs
anfdawung zu beftimmen. Von Standpunkte des & 275 aus kan darum um fo weniger
peämetfelt werben, al8 diefer die fubjektive Unmöglichkeit der objektiven gleichftellt, weshalb
elbit bei Zugrundeleaung eines rein SONO Unmöglichfeitsbegriffs das praktifche
Ergebnis dasjelbe bleiben würde, fofern e8 fich alzdann lediglich darum handeln Könnte,
9b ein Fall {Horn unter Abf. 1 oder erft unter Abl. 2 zu fubjumieren wäre. Allgemein
{it demnach die Vorausfebung gegeben, wenn dem Schuldner unter Berückfichtigung des
5242 die Bewirkung der Leijltung nicht U werden darf, follte diefelbe auch in
abstracto noch möglich erichemen. Vol. ROT. vom 23. Februar 1904, ROGOS. Bd, 57
S. 116, ©. Xur.3. 1904 S. 459, Sur. Wichr. Bd. 33 S. 200, ROSE. in Holdheims
Monatsfchr. 1908 S, 118, Hanf. Ger3. 1906 Hauptbl. 145 ff, Fabrikbrand), Dabei find
die VorausfeBungen zu beachten, von denen Die Marteien beim Abihluß des Bertrages
ausgegangen ab, 3. B. die Möglichkeit des Mafientransport, Ripr. d. VLG. Bd. 12
©. 251. SHiernach beftimmt {ich die Frage, ob der Schuldner auch fhon durch die Not-
Wwendigkeit unverhältnismäßiger Aufwendungen zur Ermöglihung
der Seiftung befreit wird. Val. auch Planck Bem. 1. . ”
„3, US Beifpiele der jurtitifiden Unmöglichkeit verdienen erwähnt zu werden:
Deifentlich-rechtlidhes Erwerbaverbot 3. B. Verbot des Erwerbs gewiffer Grundftücke Du
breußifche Sorftbeamte (Neumann, Yahıh. 1 S. 185), Nichtaenehmigung des Erwerbs dur
*) Ziteratur: S. Vorbemerkungen I zu den SS 275—285,
Siaudinger, BOB. MI a Kubhlenbed, Net der SGuldverhältnifje. 5.75, Aufl.