Untersuchung der Moorböden.
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außerdem auf die Ermittelung der Körnigkeit und des Gehaltes an kiesigen Bei
mengungen und deren Kennzeichnung hei Sandböden, der Zähigkeit und des
Sandgehaltes hei Tonhöden.
Um über die Körnigkeit eines Sandes Aufschluß zu erhalten, empfiehlt es
sich, die etwa vorhandenen tonigen Teilchen durch Ahschlämmen zu entfernen.
Man verfährt dabei zweckmäßig in der Weise, daß man in einem zylindrischen,
nicht zu niedrigen Gefäße eine Probe Sand mit Wasser stark aufrtlhrt, den Sand
sich absitzen läßt, den Ton, soweit er in dem Wasser aufgeschwemmt ist, mit
dem Wasser abgießt. Durch Wiederholung des Verfahrens erhält man den Sand
bald genügend tonfrei, um sich betreffs seiner Körnigkeit keinen Täuschungen
auszusetzen. Benutzt man stets ziemlich gleich große Gefäße und gleiche Wasser
mengen, so lassen sich die einzelnen Sande sehr gut miteinander vergleichen, und
man gewinnt bei einiger Übung durch dieses schnell auszuführende einfache Ver
fahren ein genügend sicheres Urteil, ob der Sandboden als grob-, mittel-, feinkörnig
oder als fein- bis mittelkörnig oder mittel- bis feinkörnig usw. zu bezeichnen ist.
Ein Gehalt an Kies oder Steinen verdient wegen der vielleicht daraus sich
ergebenden Schwierigkeiten bei der Bearbeitung und wegen des Einflusses auf die
Kapillarität der mineralischen Decke Beachtung, ebenso die Gegenwart größerer
Mengen organischer Stoffe wegen der hierdurch verursachten dunklen Färbung.
In der Hegel beschränkt man sich auf eine qualitative Untersuchung. Wo
quantitative Bestimmungen einzelner Bestandteile (kohlensaurer Kalk, Kali, Phosphor
säure) wünschenswert erscheinen, wird nach den üblichen Verfahren gearbeitet.
Bezüglich der Brauchbarkeit eines Bedeckungsmaterials läßt sich im übrigen
keine allgemein gültige Segel geben, in jedem besonderen Falle kann nur aus
einer Reihe von Erwägungen und Beobachtungen verschiedener Art das richtige
Urteil gewonnen werden. Zum Teil ist z. B. die Verwendung davon abhängig,
welche Kulturart beabsichtigt wird, wie die Entwässerungsverhältnisse sich gestalten,
welche Früchte im besonderen gebaut werden. Allgemein gültig ist nur, daß die
vorliegenden Erfahrungn nicht zugunsten des einen oder anderen Bedeckungs
materials sprechen; sie lehren nur, daß für Moore von gewisser Beschaffenheit
dieses oder jenes Bedeckungsmaterial besonders brauchbar ist, ohne die Verwendung
eines anderen auszusohließen.
Die Untersuchung der Bedeckungsmaterialien auf pflanzen
schädliche Stoffe erfordert eine eingehende Besprechung. Als solche sind bis
jetzt Schwefeleisen und seine Oxydationserzeugnisse, schwefelsaures Eisenoxydul
und freie Schwefelsäure, gefunden worden. Sie können außer in den mineralischen
Untergrundschichten auch in den tieferen Moorschichten verkommen. Das Ver
fahren für den Nachweis derselben ist jedoch in beiden Fällen dasselbe. Äußere
Merkmale für das Vorhandensein von Schwefeleisen gibt es nicht. Die Tiefe,
in welcher es vorkommt, kann sehr verschieden sein; es wurde bei einem ganz
flachen Moorstande von 25—30 cm, wie auch in größerer Tiefe von 75 cm und
mehr gefunden. Besonders ist die Ubergangsschicht zwischen Moor und Sand darauf
zu untersuchen. Sehr erschwerend für die Auffindung ist der Umstand, daß es
nesterweise vorkommt. Die Probenahme muß daher mit großer Vorsicht und an
möglichst vielen Stellen des Untergrundes vorgenommen werden. Wegen der
hieraus sich ergebenden Schwierigkeiten einer ganz sicheren Probenahme wird seitens
der Moor-Versuchsstation von der Verwendung von Untergrundsanden stets ab
geraten, in denen qualitativ irgend erhebliche Mengen von Schwefeleisen oder
schwefelsaurem Eisenoxydul nachweisbar, sind. Für die Ermittelung der pflanzen