220 Die Gründung der Liga gegen Imperialismus und für nationale Unabhängigkeit.
Trotz des vortrefflichen Verlaufs und der starken Beschickung ist es
doch nur eine Vorkonferenz, d.h. die Einleitung zu einer noch stärkeren,
breiteren Bewegung, die in wenigen Jahren einen noch mächtigeren Kongreß
organisieren wird. Mit dem heutigen Tage wird ein neues Blatt in der: Ge-
schichte der Arbeiterbewegung und der nationalen F reiheitsbewegung
aufgeschlagen. Mit dem heutigen Tage beginnt die Geschichte der
Liga gegen Imperialismus, gegen Kolonialherrschaft und für natio-
nale Unabhängigkeit. In mehrtägigen Verhandlungen haben die 30 Mit-
glieder des Präsidiums, d. h. die Führer der am Kongreß weilenden
Delegationen, darunter die Vertreter der chinesischen Volksregierung, der
chinesischen Kuomintang, der chinesischen Gewerkschaften, des Allindischen
Nationalkongresses, des südafrikanischen Gewerkschaftsbundes, des mexi-
kanischen Gewerkschaftsbundes usw. getagt, und das Resultat ist, daß wir
ihnen und der Welt heute mitteilen können: Die Liga gegen Imperialismus
und für nationale Unabhängigkeit ist geschaffen. Einstimmig wurde heute
Nachmittag die Gründung der Liga beschlossen. Die Liga gegen Im-
perlalismus und für nationale Unabhängigkeit besteht. Alle Parteien
und Organisationen, die durch Delegationen und Vertreter an den
Verhandlungen teilnahmen, haben einstimmig der Gründung zugestimmt.
In großen Umrissen ist das Statut und das Programm entworfen und
in wenigen Stunden wird es unter Sie verteilt werden. Der ent-
scheidende Punkt ist der Absatz 2, wo erklärt wird: Der Liga gegen Impe-
rialismus, gegen Kolonialherrschaft und für nationale Unabhängigkeit sollen
alle Organisationen, alle Parteien, Gewerkschaften und Personen angehören
dürfen, die einen ernsten Kampf gegen Kapitalismus, imperialistische Herr-
schaft, für das Selbstbestimmungsrecht und für die nationale Freiheit aller
Völker, für die Gleichberechtigung aller Klassen und Menschen, führen. Alle
am Kongreß vertretenen Organisationen gehören der neugeschaffenen Liga
an. Weitere Mitglieder können nur Organisationen und Personen werden, die
diesen Programmpunkt anerkennen und mit Worten und Taten befolgen.
Jetzt tagen wir schon nicht mehr als lose Konferenz, sondern als der erste
internationale Kongreß der Weltliga gegen Imperialismus, gegen Kolonial-
herrschaft und für nationale Unabhängigkeit. Nach der Konferenz muß die
Organisationsarbeit, nach dem Reden der Kampf aufgenommen werden.
In großen Umrissen ist die Arbeit uns gegeben durch die Bedürfnisse der uns
angeschlossenen Organisationen und der durch sie vertretenen Völker. Die
brennendste Frage ist gegenwärtig die Organisierung der Hilfe für das
chinesische Volk. Wir wissen nicht, inwieweit die Telegramme richtig sind,
die in den letzten Tagen von neuen englischen Truppenlandungen in China
berichten, Es scheint aber eine Tatsache zu sein, daß England und andere
imperialistische Mächte der Tschangtsolinarmee und anderen konterrevo-
lutionären Armeen erneut eine große aktive Unterstützung gewährt haben.