Full text: Der Safranhandel im Mittelalter

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der Deutschen möglich. Im deutschen Handel ist sehr be 
kannt die Sorte Pronigeller, Bronochel, Brunickel, Sie weist 
auf den Ort Brunequel am Aveyron in Languedoc und auf 
das Albigeois als ein Anbaugebiet französischen Safrans. 
In dem benachbarten St. Antonin am Aveyron besitzt das 
Kapitel den Safranzehnten *). Im Albigeois wächst auch 
der sogen, marokkanische Safran 1 2 3 ). Mitte des 16. Jahr 
hunderts erhalten wir dann durch den Nürnberger Lorenz 
Meder ’) des Näheren Aufschluß über die Orte, die hier für 
den Safranhandel in Betracht kommen. Er kennt außer den 
Sorten Prunischer und Marokkin auch den Mirabel, wohl von 
der Stadt Mirabel nördlich vom Aveyron. Als Märkte dieser 
Gegend nennt er St. Antonie (St. Antonin) und Cordiß 
(Cordes, nördlich von Albi). Auch südlicher ist der An 
bau verbreitet. Ein Markt des 16. Jahrhunderts ist Casal- 
nodariy (Castelnaudary am Kanal du Midi, zwischen Tou 
louse und Carcassonne). Casa da Lofferta oder Casa 
Lofferta (?) hat ebenfalls in dieser Gegend ein eigenes 
Safrangewicht. Von Lyon aus führen die Deutschen den 
albigensischen Safran in ihre Heimat. Besonders beliebt 
ist er in England. In den Papieren der Ravensburger Ge 
sellschaft heißt es: ,,aer me schliss haut in Engolant 
denn Kain saffra der Belligier haut niena denn schliss 
noch kain saffra, weder Ort noch Tuscha in diser art auss 
Bronocher“ 4 5 ). Von Rouen und Harfleur aus exportieren 
französische Händler ihn nach England. Bis in die Neuzeit 
bleibt der Safran eines der Hauptprodukte des Albigeois *). 
Auch dieser südfranzösische Safrananbau mag wohl auf den 
Einfluß der Kultur Spaniens zurückgehen, mit dem Süd 
1) Bose: Memoires de Rovergue. 1797. III. S. 76. 
2) B. Greiff: Das Tagebuch des Lukas Rem. 26. Jahresbericht 
des hist. Vereins von Schwaben und Neuburg 1861. S. 6f. 
3) Lorenz Meder: Handel-Buch, darin angezeigt wird, welcher 
Gestalt inn den fürnembsten Handelstetten Europa allerley Waren etc. 
Nürnberg 1558. 
4) Ravensburger Geschäftspapiere. 83. 
5) Guilleaume du Catel: Mamoirs de l'histoire du Languedoc. 
Toulouse 1633. S. 50.
	        
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