fullscreen: Grundzüge der Theorie der Statistik

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betrachteten Gruppen fließend sind; bei Untersuchungen z. B. der 
Sterblichkeit innerhalb verschiedener Berufs- oder sozialer Gruppen 
wird dies leicht eintreten (vgl. $ 59), wenn man sich nicht durch 
besondere Maßnahmen dagegen sichern kann. 
Selbst wenn die Beobachtungsreihen homogen sind, können sie 
in einer Form vorliegen, welche nicht zuläßt, die eine Reihe eben- 
soviel wie die andere zu spalten; man kennt z. B. Volkszahl und 
Anzahl von Sterbefällen in einer Reihe von Bevölkerungsgruppen, 
aber während die Sterbefälle auf Altersklassen verteilt sind, hat 
man keinerlei Einblick in die Gliederung der Volkszahlen. Das 
Material kann ferner ganz einseitig sein; man hat z. B. nur 
eine Statistik der Sterbefälle vielleicht mit Einteilungen nach allen 
Richtungen, jedoch keine Beobachtungen über die entsprechenden 
Volkszahlen. 
Wenn es nicht möglich ist, direkt durch erneute Beobachtung 
sich ein ganz neues Material zu verschaffen oder durch eine Re- 
vision des ganzen Materials oder durch Stichproben die vorliegenden 
Mängel ganz oder teilweise zu beseitigen, dann ist eine neue und be- 
sondere Frage die, ob und unter welchen Bedingungen sich trotz 
der Mängel richtige Schlüsse ziehen lassen. 
3383. Wenn sich die Größe der zu vergleichenden Zahlen nicht 
mit hinlänglicher Genauigkeit unmittelbar aus den gegebenen Zahlen 
feststellen läßt, kann man doch oft gewisse höhere oder niedrigere 
Grenzen für die gesuchten Zahlen feststellen, was mitunter aus- 
reichen wird. Handelt es sich beispielsweise um die Untersuchung, 
ob die Sterblichkeit in einer gewissen Bevölkerungsgruppe größer 
oder kleiner als in einer anderen Gruppe ist, so erfordert dies, wie 
wir gesehen haben, im allgemeinen eine Kenntnis der Altersgliede- 
rung in jeder der Gruppen. Sind die Verteilungen dieser Gruppen 
unbekannt, so kann man indes mitunter bei passenden Voraussetzungen 
über die Verteilungen finden, daß die Sterblichkeit in der einen 
Gruppe höchstens z. B. 2%, und in der anderen mindestens 
21/, %%, sein kann. Vielleicht ist der Unterschied viel größer, aber 
die Tatsache, daß man über verbesserte Beobachtungen verfügte, 
würde nicht das Resultat ändern können, daß die Sterblichkeit in 
der ersten Gruppe kleiner als in der zweiten ist!). Anders verhält 
!) Ein typisches Beispiel hierfür hat man in einer Untersuchung der 
Sterblichkeit unter denen, die von der Lebensversicherungsgesellschaft „Danmark“ 
nicht angenommen werden; vgl. H. Westergaard, Die Lehre von der Morta- 
lität. 2. Ause., Jena 1901. S. 121 £f.
	        
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