Full text: Die wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse im Kohlenbergbau der Ver. Staaten

mittelamerikanische Markt lag schon vor dem 
Kriege in den Händen der Amerikaner, denen hierbei 
das Moment der Rückfracht (kubanisches Eisenerz) 
zustatten kommt. Dagegen gelangte amerikanische 
Kohle früher nur gelegentlich auf. den europäischen Absatz nach 
Markt; im Kriege bestritt die Union aber in Europa. 
erheblichem Umfang bereits die Deckung des Bedarfs 
Italiens, und nach dem Kriege, vor allem im Jahre 
1920, erreichte die Ausfuhr mach Europa einen 
riesigen Umfang, betrug sie doch mehr als 10 Mill. t, 
um zwei Jahre später allerdings nur noch 150000 t 
auszumachen. Der Ruhrkampf hat dann von neuem 
ihrem Versand nach Europa stark Vorschub geleistet, 
und diesmal ist sie nicht wieder vom europäischen 
Markt verschwunden; in den beiden folgenden Jahren, 
die man im ganzen als normal ansprechen kann, be- 
trugen die Lieferungen 1,3 und 1 Mill..t, vornehmlich 
waren daran Italien und Frankreich beteiligt. Im 
Jetzten Jahre, das. infolge des britischen Aus- 
standes ganz ungewöhnliche Verhältnisse aufwies 
und deshalb hier keiner nähern Betrachtung unter- 
zogen werden soll, erhielt Europa 14 Mill. t an 
amerikanischer Kohle. 
Wir werden gut daran tun, die amerikanische Zukunfts- 
Kohle als bleibenden Faktor auf dem europäischen aussichten der 
Kohlenmarkt zu betrachten. Ihre Wettbewerbsfähig- amerikanischen 
keit.ist eine Frage des Preises am Verbrauchsort, Kohlenausfuhr. 
mithin. bestimmt durch den Grubenpreis, die Vor- 
frachtkosten mit der Eisenbahn zur See und. die 
Schiffsfrachten. Die Ausfuhrkohle, welche ihren Weg. 
hauptsächlich über die Häfen Hampton . Roads, 
Norfolk, Baltimore nimmt, stammt. zum ‚größten Teil 
aus. Bezirken, die durch niedrige Selbstkosten aus- 
gezeichnet sind, wozu nicht in.letzter Linie der Um- 
stand beiträgt, daß es sich hier überwiegend um Non- 
Union-Gruben handelt. Gerade letzterer Umstand 
gibt einer weitern Senkung der Selbstkosten durch 
Verminderung des Lohnanteils eine gewisse Wahr- 
scheinlichkeit. Dann erwartet man aber auch von der 
fortschreitenden Verwendung der, Lademaschinen 
eine Herabsetzung der Gestehungskosten in diesen Senkung der 
Fördergebieten, und könnte sie 'erst recht von einer Selbstkosten 
Beseitigung‘ der bestehenden Übersetzung und einer und Frachten. 
damit gegebenen regelmäßigen Beschäftigung im 
Weichkohlenbergbau in Aussicht nehmen. Die 
Frachten zur Küste sind sehr hoch und betragen 
10-12 .6 je Tonne. Daß sie die bisherige Höhe bei- 
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