nur eine Belegschaft von 750000 Mann gezählt wurde.
Diese entfällt zu reichlich einem Fünftel auf den Hart-
kohlenbergbau und zu annähernd vier Fünfteln auf
den Weichkohlenbergbau. Vergleichsweise be-
schäftigt der amerikanische Bergbau sehr wenig
Leute, was mit der Höhe seiner Förderleistung zu-
sammenhängt. Die Belegschaftsziffer im englischen
Bergbau geht bei entfernt nicht halb so großer Förde-
rung über 1 Mill. hinaus und wir in Deutschland
hatten sogar in der Zeit der 7-Stundenschicht einen
größern Belegschaftsstand als die Union. Deren
Belegschaftsziffer könnte noch weit kleiner sein, wenn
die Gruben mit derselben Regelmäßigkeit arbeiteten
wie. die Zechen in‘ England und vor allem. in
Deutschland.
Der schweren und gefährlichen Bergarbeit ist der
eingeborene Amerikaner nicht sonderlich geneigt. Das
führt dazu, daß im Steinkohlenbergbau des Landes
Ausländer sehr viel Fremdbürtige ihr Brot finden. Vor allem
unter der gilt dies vom Hartkohlenbergbau, der den Einfall-
Belegschaft. toren, durch die der Einwandererstrom seinen Einzug
hält, am nächsten liegt. Hier machen die Fremd-
bürtigen nach Ermittlung der Kohlenkommission
mehr als die Hälfte der Belegschaft aus. Ganz über-
wiegend stammt hier ebenso wie im Weichkohlenberg-
bau der Fremdenbestandteil aus dem Osten und Süd-
osten Europas. In den südlichen Staaten ist auch das
schwarze Element unter der Belegschaft stark ver-
treten. So beträgt es in Alabama mehr als die Hälfte.
Der Kulturstand der Belegschaft wird durch diese Zu-
wanderer nicht gerade gehoben, da sie zum guten Teil
Analphabeten sind. Auch ist dadurch der Prozentsatz,
der nicht einmal Englisch sprechen kann, recht stark,
was natürlich wieder auf die Unfallhäufigkeit zurück-
wirkt.
Wohn- Die Hartkohlenarbeiter wohnen zum größten Teil
verhältnisse — rd... 70% — in städtischen Gemeinwesen, d.h. in
der solchen mit mehr als 2500 Einwohnern (Abb. 38),
Belegschaft. während die Weichkohlenarbeiter ganz überwiegend
auf dem Lande angesiedelt sind, und zwar zum guten
Teil-in abgelegenen Gegenden auf sogenannten com-
pany-controlled communities, d. h. in Zechenkolonien,
wo auch Einzelheiten des Zusammenlebens der Auf-
sicht der Arbeitgeber unterliegen, so daß hier Verhält-
nisse anzutreffen sind, wie man sie in dem Amerika
des 20. Jahrhunderts nicht zu finden erwarten sollte
und die an die Feudalzeit errinnern, von der die Ver.
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