Sinne auch für die Dringlichkeit der Nachfrage —, wenn die
wirklichen Selbstkosten berechenbar wären; sie sind es aber
nur zu einem Teil, der andere, oft größere Teil wird schätzungs-
weise darauf geschlagen und muß vielerlei Unberechenbares,
frühere Verluste und künftiges Risiko ausgleichen.
Wir sehen also: die wirkliche Bewertung von seiten des Pro-
duzenten ist allemal ein Problem, in der Praxis nur ein „Un-
gefähr“. Und doch muß immer wieder zunächst gerechnet, zer-
legt und summiert werden, dann aber dazu geschätzt werden,
teils nach Erfahrung, teils — und meist! — nach Gefühl.
Es wird schließlich gerechnet und mit „wahren Selbstkosten“
wie mit richtigen Zahlen operiert — nicht, weil der Wissende an
diese Zahlen glaubt, sondern weil von dieser Bewertung neben
dem Ausgleich zwischen Produzent und Konsument noch ein
anderes Problem abhängt: der Ausgleich der Ansprüche an dem
Ertrage der. Arbeit, welche die 3 Produktionsfaktoren erheben.
Denn alles, was an Gegenwert vom Konsum an die Produktion
in irgendeiner Form zurückfließt, muß hier verteilt werden:
erstens an den Unternehmer, der meist zusammenfällt mit dem
Verfügungsberechtigten, dem Naturbesitz, dem Rechtsinhaber
der natürlichen Produktionsmittel, in Gestalt der Bodenrente;
zweitens an den Arbeiter, vom mitarbeitenden Unternehmer an
über seine Direktoren, Ingenieure, Angestellte bis zum letzten
Handlanger in Gestalt von Lohn, Gehalt usw., drittens an das
Kapital in Gestalt von Abschreibungen, Zinsen und Divi-
denden. Ja ein vierter meldet sich noch und will seinen An-
teil haben für Schutz und Ordnung, sogar für eigene Unter-
nehmungen, in Gestalt von Steuern: der Staat.
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