Object : Die oberschlesische Kohlen- u. Eisenindustrie

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Diese  schlechte  Rentabilität  der  oberschlesischen  Eisenindustrie, ­
  die  in  den  Kohlen-Eisengesellschaften  auch  auf  einen  bedeutenden ­
  Teil  des  Steinkohlenbergbaues  Rückwirkungen  ausübt,
ist  die  Ursache  zu  der  merklichen  Zurückhaltung  des  deutschen
Kapitalmarktes  gegenüber  der  oberschlesischen  Kohlen-Eisenindustrie
  seit  den  letzten  Jahren.  Zum  Ausdruck  kommt  diese  Tatsache ­
  besonders  in  dem  höheren  Zinssatz,  den  die  oberschlesischen
Eisenhüttenwerke  für  Obligationenanleihen  bewilligen  müssen
gegenüber  gleichwertigen  westdeutschen  Unternehmungen,  denen
um  ca  tzh—V2  %  billigeres  Geld  zur  Verfügung  steht,  ferner
auch  in  den  höheren  Kommissionspreisen  bei  Aktienneuemissionen. ­
  Es  besteht  die  Gefahr,  daß  eine  weitere  Versteifung  gegenüber ­
  dem  zur  unbedingt  notwendigen  Neuorganisation  der  oberschlesischen. ­
  Eisenindustrie  erforderlichen  Kapitalbedarf  eintritt,
wenngleich  zu  hoffen  ist,  daß  die  an  der  oberschlesischen  Kohlen-Eisenindustrie
  stark  interessierten  Großbanken  diese  Schwierigkeit ­
  in  ihrem  eigenen  Interesse  beheben  werden.
§  6-  Verkehrsverhältnisse.
Von  den  grundlegenden  Wirtschaftsfaktoren  bleiben  uns
noch  die  Verkehrsverhältnisse  des  oberschlesischen  Jndustriebezirks
zur  näheren  Behandlung  übrig.
Wie  wichtig  diese  Materie  erscheint,  beweist,  daß  die  oberschlesischen ­
  Industriellen  von  einer  besonderen,  großen,  Verkehrs-„not"
  der  Industrie  sprechen,  die  allein  Schuld  an  ihrer  schwierigen ­
  Lage  sei.
Die  modernen  Verkehrsmittel  einer  Großindustrie  sind
Eisenbahnen  und  Wasserstraßen.  Das  Eisenbahnnetz,  das  Oberschlesien ­
  mit  dem  Jnlande  bindet,  ist  großzügig  angelegt  und
ausreichend  leistungsfähig,  so  daß  in  dieser  Hinsicht  nichts  zu  beklagen ­
  noch  zu  fordern  ist.  Das  nahe  Ausland  allerdings  schließt
an  der  Grenze  kein  ebensolch  hoch  entwickeltes  Eisenbahnwesen
an  und  läßt  viel  zu  wünschen  übrissi),  was  hier  jedoch  nicht  interessiert. ­
  Angegriffen  werden,  wie  gesagt,  die  Tarife  der  preußischhessischen ­
  Staatseisenbahn  und  ihre  allgemeine  wie  bedeutende
Ermäßigung  als  das  einzige  Mittel  hingestellt,  die  brennende
Verkehrssrage  des  geographisch  so  ungünstig  gelegenen  Industriell ­
  Bericht  1908/09.  „Schles.  Zeitung"  No.  52.  22.  Jan.  1913.
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