keit, die wir absichtlich und bewußt den Dingen zuwenden, son-
dern die sog. unwillkürliche, durch welche der Gegenstand des
Interesses ohne aktive Betätigung sozusagen von selbst in den
Mittelpunkt des Bewußtseins, den sog. Blickpunkt der Aufmerk-
samkeit gerückt wird. Wenn wir etwa auf der Straße einer Groß-
stadt dahinschreiten, so haben wir immer eine große Anzahl von
Bewußtseinsvorgängen oder, wie wir dafür in der Psychologie
auch sagen, von Erlebnissen. Wir nehmen unsere Gehbewegungen
teils optisch, teils aber auch in der Form von motorischen Emp-
findungen wahr. Wir spüren den Druck unserer Kleider. Wir
hören den Straßenlärm. Wir sehen eine Menge Menschen und
Wagen an uns vorbeieilen, wir erblicken die Häuser, die Schau-
fenster und vieles andere. Alle diese Erlebnisse aber nehmen
unsere Aufmerksamkeit nicht in Anspruch. Sie sind gewiß nicht
unbewußt, aber doch mehr oder weniger unterbewußt, um alsbald
für alle Zeiten ins Unbewußte zu versinken, ohne irgendwie für
die Einstellung unserer Persönlichkeit auch nur eine vorüber-
gehende oder gar eine habituelle Bedeutung zu gewinnen. Wir
denken nämlich vielleicht über irgend etwas nach, so daß wir
ganz automatisch den uns Begegnenden ausweichen und daß alle
unsere Wahrnehmungen praktisch keinerlei Bedeutung für uns
besitzen. Die Reklamemittel sollen nun in solchen und ähn-
lichen Fällen aus dem Gebiet des Unterbewußten in das des hellen
Bewußtseins, in den sog. Blickpunkt der Aufmerksamkeit em-
porgehoben werden. Dies ist aber nur möglich, wenn sie geeignet
sind, unwillkürlich unsere Aufmerksamkeit zu erregen, wenn
ihnen also der nötige Aufmerksamkeitswert anhaftet. In anderen
Fällen, wenn wir z. B. eine Zeitung durchsehen, in welcher viele
Anzeigen nebeneinander stehen, ist diejenige die beste, deren
Aufmerksamkeitswert den der übrigen überragt, also z. B. die,
welche sich offensichtlich am meisten von den übrigen unter-
scheidet, wenn sie z. B. allein hellen Druck auf schwarzem Grunde
oder Kursivschrift in größerem weißem Felde zeigt.
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