Einstellungen und Interessen, von denen im vorigen Abschnitt
die Rede war, verlangen die scharfe Beachtung des richtigen
Moments für die Aufmerksamkeitserregung und den Kauf-
abschluß.
Die Ansicht, daß Waren auch zu Zeiten empfohlen werden
könnten, wo das Bedürfnis nach ihnen nicht akut ist, da ja doch
die Reklamen im Gedächtnis des Publikums nachwirken, ist nur
innerhalb enger Grenzen richtig. Gewiß führen Reklamen, wie
wir oben sahen, nur in seltenen Fällen ganz unmittelbar zum
Ziel. Aber ihre Haftung im Gedächtnis läßt mit der fortschrei-
tenden Zeit (und zwar ganz besonders im ersten Stadium dieser
Zeit) erheblich nach, wenn nicht immer neue Mittel zur Förderung
der Gedächtnishaftung angewandt werden. Wie größte Gedächt-
niswirkung der Reklamemittel erreicht werden kann, zeigen ohne
weiteres gewisse Tatsachen der Gedächtnispsychologie und Di-
daktik.
Zunächst haften Reklamen im Gedächtnis um so besser, mit
je größerer Aufmerksamkeit sie erlebt wurden. Daß dann beson-
ders die Wiederholung ein und derselben Reklamen einprägsam
wirkt, wissen wir schon aus den Tatsachen des Lernens. Von
diesem Umstand wird bekanntlich in der Praxis weitgehendst Ge-
brauch gemacht, wenn z. B. dem Publikum immer wieder die-
selben Zeitungsanzeigen oder Plakate vorgeführt werden. Auch
für die Aufmerksamkeitserregung sind übrigens solche Wieder-
holungen günstig, wie denn bekanntlich einmalige, nicht gerade
auffallende Zeitungsanzeigen vielfach übersehen werden.
Nach H. Ebbinghaus, dem Begründer der modernen Gedächt-
nispsychologie und seinen Nachfolgern ist, wie schon im ersten
Abschnitt erwähnt wurde, bei einer größeren Anzahl von Wieder-
holungen eines Lernstoffes eine Verteilung der Wiederholungen
über einen größeren Zeitraum für das Behalten des Stoffes vor-
teilhafter als eine Kumulierung der Wiederholungen innerhalb
einer bestimmten kurzen Zeit, und schon Ebbinghaus hat, wie
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