Full text : Psychologie der Werbung

Kindern das Wort Heidingsfeld) bei jeder passenden und vielleicht
 auch nicht passenden Gelegenheit zur Verfügung stehen
und seine Wirkung tun. Dazu dient aber die Wiederholung und
überhaupt alles, was die Reklame eindringlich macht. Daß die
Bereitschaft von der Haftung im Gedächtnis begrifflich wohl zu
trennen ist, liegt nach dem Gesagten auf der Hand. Vieles von
dem was wir in der Jugend erlebt haben, haftet fest in unserem
Gedächtnis, ohne deshalb aber Bereitschaft haben zu müssen.
Diese wird vielmehr nur durch fortgesetzte Wiederholung erworben.
 Und das was eine Zeitlang hohe Bereitschaft hatte, kann
später wieder verschwinden gegenüber anderem älterem, das niemals
 denselben Bereitschaftsgrad erreichte, aber nun doch noch
Haftung im Gedächtnis zeigt.
Die Gedächtnishaftung und Bereitschaft eines Reklamemittels
oder gar nur einzelner Bestandteile desselben darf an sich freilich
 nicht überschätzt werden. Die Einstellung der Persönlichkeit
 auf den Zweck der Reklame, also auf die Annahme oder Leistung
 von Diensten ist die Hauptsache. Sie erfordert aber unbedingt,
 daß der zugeführte Gedächtnisstoff und. die Reklame überhaupt
 auch wirklich geeignet ist, im Sinne der gewollten Ziele zu
Wirken. Diese Forderung ist aber nur erfüllt, wenn die Reklame
auch Assoziationswert besitzt. Letzterer ist um so größer, je geeigneter
 die Reklame zur Herbeiführung, d. i. zur Assoziation
der gewünschten Wirkung ist. Da diese Wirkung immer in gewissen
 Willenshandlungen der Menschen bestehen soll, an die
sich die Reklame wendet, mögen diese Menschen nun als Käufer
oder (wie bei der Einkaufsreklame) als Verkäufer oder als Arbeitgeber
 oder Arbeitnehmer in Frage kommen, so dürfen wir auch
sagen, der Assoziationswert einer Reklame sei um so größer, je
größer ihre Wirkung auf den Willen der durch die Reklame zu
erfassenden Menschen ist.
Ein Erlebnis A assoziiert oder reproduziert ein Erlebnis B;
wenn es das Erlebnis B in unserem Bewußtsein hervorruft. Beim
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