mit Preisauszeichnungen in das Schaufenster! II. Verwende daselbst
möglichst viel Gegenstände! .III. Vermeide dekoratives
Beiwerk! Aber alle diese Sätze sind in ihrer Allgemeinheit falsch.
Preisauszeichnungen haben in verschiedenen Gebieten einen
sehr verschiedenen Wert und sind vielfach direkt schädlich. In
einem verkehrsreichen Badeplatz der Schweiz sah ich in einem
Schaukasten mancherlei Schmucksachen mit Aquamarinen, die
alle, abgesehen von einigen sehr guten und teueren Stücken mit
Preisen ausgezeichnet waren; die Stücke mit Preisangaben kosteten
wenig. Diese Einrichtung war für das in Rede stehende Geschäft
durchaus richtig. Die meisten wollen billig und gut einkaufen
und reell bedient sein, ohne von Edelsteinen oder Halbedelsteinen
etwas zu verstehen. Sie sind, wenn man ihnen garantiert,
daß ein Stein echt ist, und wenn sie ihn schön und billig
finden, völlig zufrieden. Ihre Kauflust würde aber ganz entschieden
leiden, wenn die für ihre Kaufkraft in Frage kommenden
Stücke durch besonders teuere andere Stücke gedrückt würden.
Auch viele andere Fälle gibt es, wo die Preisauszeichnung
im Schaufenster verfehlt wäre. Um zunächst bei der Juwelenbranche
zu bleiben sei betont, daß Damen von einiger Erziehung
und einigem Geschmack nicht gerne Schmucksachen tragen, von
denen alle Welt weiß, daß sie ungeheuer teuer sind, und daß
daher demonstrative Preisangaben bei erstklassigen Perlen und
Brillanten in den Schaufenstern der Juweliere jedenfalls nicht
allgemein kaufanreizend wirken. Solche Preisangaben sind auch
deshalb bedenklich, weil das J uwelengeschäft immer Vertrauensgeschäft
ist und hier zwei gleiche Stücke kaum jemals gleich
sind. Auch besonders teuere und kostbare Damenschuhe und
Kleider versieht man in der Regel nicht mit Preisen. Hier sei
übrigens nebenbei betont, daß überhaupt viele die billigen, einzelne
aber die teueren Preise vorziehen. Auch spielt der Preis
nicht in allen Branchen die gleiche Rolle. Ein Sortimentsbuchhändler
wird wohl einige besonders akute Bücher, die für die
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UL