A Der Wirtschaftsgeist im Süden
sie in den Westen vordrangen und dort jenen kolonisatorischen
Geist zur Entfaltung brachten, den die übrige Welt des
19. Jahrhunderts nur mit staunender Bewunderung be-
trachtete.
Ganz anders war die Entwicklung im Süden verlaufen,
und nicht oft werden solche Gegensätze in dem vorherr-
schenden Wirtschaftsgeiste in so unmittelbarer Nachbarschaft
bestanden haben, wie hier. Hohe Fruchtbarkeit des Bodens,
solange er nicht durch die Einseitigkeit des Anbaus sich
erschöpft hatte, ermöglichte im Verein mit einem halbtro-
pischen Klima den Anbau wertvoller Handelsgewächse, die
auf den großen Plantagen durch die Arbeit von Negersklaven
gewonnen wurden. Die Hunderte und Tausende von Sklaven,
über die die Besitzer der großen Latifundien verfügten, ent-
hoben sie in diesem erschlaffenden Klima jeder Arbeit und
ließen sie ein Leben führen, das sich an dem des englischen
Gentlemen orientierte, die Arbeit mit Verachtung ansah und
sich nur den chevaleresken Betätigungen hingab. Nichts von
der Enge und Kleinlichkeit des Nordens; das Ideal, das diese
Grandseigneurs, die an der Spitze der südlichen Gesellschaft
mit ihrer im Gegensatz zum Norden feudalen Klassenschich-
tung standen, hinstellten, war vielmehr ein müßiges und be-
hagliches, genießerisches, den Vergnügungen gewidmetes,
wenn auch feiner Kultur oft entbehrendes Dasein. Hier gab
es standesgemäße und nichtstandesgemäße Berufe; als vor-
nehm galt nur der Pflanzer, Handel und Gewerbe waren eine
unwürdige Beschäftigung. Auf den Yankee mit seiner Ar-
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