Full text: Vom Wirtschaftsgeist in Amerika

Der Arme 59 
des doch gewiß nicht armen England in einem Vierteljahr- 
hundert spendeten 90. 
Man weiß ja, was alles in Amerika solchen Stiftungen ge- 
dankt wird, da sie, damit sie ihren Zweck ganz erfüllen, ge- 
nügend in die Welt hinausposaunt werden. Universitäten und 
Bibliotheken, Krankenhäuser und Asyle, wissenschaftliche In- 
stitute, Museen, Kirchen, gemeinnützige und humanitäre Ein- 
richtungen leben in großer Zahl völlig von den Mitteln, die 
bei ihrer Gründung gegeben wurden, oder auch weiterhin 
fortlaufend zufließen. Alle möglichen Kostbarkeiten werden 
aus der ganzen Welt zusammengerafft und dann der Allge- 
meinheit zugänglich gemacht. Dem stehen natürlich auch viele 
Schenkungen gegenüber, die besser unterblieben wären. Der 
durch seine der Wissenschaft geopferten Mittel weltberühmte 
John Hopkins war zwar auch ein ganz ungebildeter Mensch 
ohne jegliches wissenschaftliches Interesse, aber es gibt unter 
den Großreichen nur zu viele, die sich auf jenem Wege einen 
Namen verschaffen und die Aufmerksamkeit auf sich lenken 
wollen, und die ganz zusammenhanglos für irgendeinen spleen, 
irgendein persönliches Steckenpferd ihr Geld hingeben. 
Weil alle nur das eine Ziel kennen, weil das Streben nach 
dem Reichwerden für den stärksten dem Menschen innewoh- 
nenden Instinkt gilt, und „God’s own country“ allen auch die 
Möglichkeit bietet, das Erstrebte zu verwirklichen, so ist der, 
der nichts hat, mit einem Makel behaftet. Der Erfolg, das 
alleinige Kriterium für den Menschenwert, hat dann eben
	        
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